Watoto - Tagebuch (seit 1993)

Tagebuch - alle Einträge seit 1993


Hier bringen wir Meldungen über das Projekt und das Umfeld. Die Seite wird (nicht so ganz) regelmäßig aktualisiert. Alte Meldungen werden nicht gelöscht, so erhalten wir eine Art Tagebuch.

Die Zeitabstände zwischen den Einträgen werden immer größer, dafür sind die Beiträge aber auch ausführlicher. Wenn Sie stets und aktuell über unser Projekt informiert werden möchten, abonnieren Sie bitte unseren Watoto Newsletter.

Nov 2009 Fast ein Jahr ist seit dem letzten Tagebucheintrag vergangen. Das ist natürlich zu lange, künftig werden die Einträge wieder häufiger erstellt, dafür aber kürzer. Unter den "Top Themen" auf der Eingangsseite werden interessante Neuigkeiten lediglich als Headlines veröffentlicht. Die komplette Information versenden wir dann kurzfristig an unsere Newsletter Abonnenten.

Noch nie in unserer 16-jährigen Geschichte hat ein Jahr derartig viele Ereignisse gebracht - im Positiven wie im Negativen. Wir konnten erleben, daß eine Krise auch die Grundlage für positive Entwicklungen sein kann. Wenn wir auf die Ereignisse nach den Unruhen Ende 2007 zurückblicken, dann hat sich vieles - anders als vielleicht zunächst befürchtet - durchaus erfreulich entwickelt.

So führte die Notlage bei der Versorgung mit Lebensmitteln dazu, daß wir ab 2010 unsere Kinder zum großen Teil mit den Erzeugnissen einer eigenen Farm versorgen können, die ihre Erzeugnisse zu garantierten Niedrigpreisen abgibt, selbst wenn die Marktpreise mal wieder explodieren sollten.

Lehrer und Schüler haben in der Krisenzeit verstanden, dass Leistung der Schlüssel für ihre Zukunft ist. Sie haben sich besonders ins Zeug gelegt und erneut hervorragende Ergebnisse erzielt. Zum ersten Mal hatte die Equity Bank zwei Stipendien für die besten KCSE-Abschlüsse des Jahres 2008 ausgeschrieben, beide Preise wurden von Abiturienten der Lulu High School gewonnen. Das Stipendium der Bank garantiert sowohl einen Studien- als auch einen Arbeitsplatz und ist für die glücklichen Schüler wie ein Lottogewinn.

Dank der Unterstützung der HelpAlliance von Lufthansa wurde der Speisesaal der MAS/HPS fertiggestellt, die rund 600 Schüler dort erhalten jetzt jeden Tag eine warme Mahlzeit, die nicht mehr von der LPS herangekarrt werden müssen. Jetzt können wir uns auch an die Pläne machen, aus der HPS ein Internat zu machen, dafür fehlen nur noch die Schlafsäle und ein paar Klassenräume. Mit ein wenig Glück wird das bis Ende 2010 gelingen, das würde die Eltern der Schüler der MAS und der HPS enorm entlasten. Wenn die HPS voll ausgebaut ist, werden wir fast 2.000 Schüler an unseren Schülern haben - derzeit sind es etwa 1.500.

Im Oktober erhielt Watoto das DZI Spendensiegel ausgestellt. Jetzt haben wir es schriftlich und offiziell: Die Verwaltungskosten von Watoto liegen bei deutlich weniger als 1% im Jahr, und diese Kosten werden dem Verein außerdem noch von den Vereinsmitgliedern privat erstattet. Das alles ist bei DZI nachzulesen, falls es jemanden interessiert. Einen Nachteil hat das Spendensiegels allerdings: die Statuten des DZI verlangen, daß wir künftig nicht mehr alle Kinder auf unserer Webseite führen, die eine Patenschaft suchen, sondern nur noch exemplarisch ein Kind. Das verstehe, wer will, aber es war eben eine Bedingung.

Mit etwas Glück erhalten wir an drei Schulen nächstes Jahr Solarstrom. Die Phoenix Solar AG aus Bayern hat ihr Herz für unser Projekt entdeckt und ist fest entschlossen, und bei der Stromversorgung zu helfen. Neben der benötigten Hardware wird Phoenix Solar auch einen Techniker nach Kenia schicken, der die Installationen überwacht und unsere Techniker anleitet. Wir könnten uns auch gut vorstellen, die Solartechnik später auch einmal anderen Interessenten in Kenia anzubieten, wenn wir über das nötige Know-how verfügen.

Es gibt aber auch weniger Erfreuliches zu berichten (und das ist teilweise noch untertrieben):

Frank wird für eine längere Zeit nicht mehr für unser Projekt  zur Verfügung stehen. Nach einem Anfall wird er für mehrere Monate an seiner Rehabilitierung arbeiten müssen, und das Ergebnis ist noch vollkommen ungewiß. Für uns ist das ein unfaßbarer Schicksalsschlag. Frank ist schließlich seit Anbeginn die größte Stütze und die Seele unseres Projekts.

Geradezu profan erscheint da die nächste Erhöhung der Schulgebühren um bis zu 10% (in Kenya Shilling). Da der Euro im Vergleich zum Kenya Shilling auch kräftig zugelegt hat, konnten die Beiträge in Euro in etwa gehalten werden. Wegen des besseren Wechselkurses haben wir den Referenzkurs für die Umrechnung von Beträgen in Kenya Shilling auch von 85/= auf 95/= angehoben.
Dez 2008 Um mehr als die Hälfte ist der Preis für Rohöl inzwischen gefallen, aber die Preise für Energie und Grundnahrungsmittel sind immer noch sehr hoch. Die Einkommen in Kenia haben sich aber nicht entsprechend angepasst. Wen wundert es, daß Eltern derzeit den wichtigen Dingen des täglichen Bedarfs Vorrang z.B. vor Schulgeld geben. Nur haben sich dadurch auch die Außenstände der Eltern bei Mekaela Academies auf mehr als 30.000 Euro angesammelt. Das dürfte auch noch einige Zeit so weiter gehen, denn noch ist kein Silberstreif am Horizont auszumachen. Wehe, die Buchungszahlen im Tourismus gehen nächstes Jahr nicht wieder hoch, dann wird es eng. Die weltweite Rezession dürfte auf die Urlaubslust vieler Europäer dämpfend wirken, leider.

Schlechte Meldungen gab es in den letzten Monaten genug, deshalb jetzt auch mal etwas Positives: Dank der großen Hilfsbereitschaft unter den Förderern und Paten von Watoto konnten wir die schlimmsten Auswirkungen für die Mekaela Academies und die Familien mildern, denn seit Anfang des Jahres gingen mehr als 20.000 Euro an Spenden für den Watoto Notfallfonds ein. Und obwohl sicherlich auch viele Paten unter den Belastungen der Rezession zu leiden haben, hatten wir nur sehr wenige Kündigungen von Patenschaften zu verzeichnen, im Gegenteil: In den letzten Wochen konnten wir fast 10 neue Paten in unserem Netzwerk Willkommen heißen.

Dennoch ist die Lage ernst. Die Aussichten für nächstes Jahr gebieten eine sehr vorsichtige und konservative Planung. Der Erhalt der Schulen, der Verbleib der Schüler und der Erhalt der Arbeitsplätze genießen selbstverständlich Priorität vor weiteren Expansionen oder Schönheitsreparaturen. Die neue Schule in Sambia ist daher bis auf weiteres zurückgestellt worden, und viele PC, Möbel und Dächer müssen noch eine Weile durchhalten, bis wir für Ersatz sorgen können. Nicht auf Eis gelegt wurden dagegen das Projekt einer eigenen Schulfarm, durch die wir die jährlichen Kosten für Grundnahrungsmittel um einen guten fünfstelligen Betrag senken könnten. Das Gesamtinvestment bis zur ersten Ernte beläuft sich auf 70.000 Euro, die Farm würde sich also von Beginn an selbst tragen können. Dank einer erneuten Spendenzusage von HelpAlliance e.V., der gemeinnützigen Hilfsorganisation der Mitarbeiter von Lufthansa und Condor, und dem Engagement der Eine-Welt-Stiftung konnte im November mit dem Bau einer Kantine für die MAS und die HPS begonnen werden. Spätestens ab dem 2. Term 2009 können rund 600 Kinder der beiden Schulen durch die Kantine versorgt werden.

Alle Preise sind gestiegen, nur die Löhne nicht - dieser Situation können wir die Mitarbeiter der Mekaela Academies nicht unbegrenzt aussetzen. In Abstimmung mit dem Direktorium und Absprache mit Watoto wurde daher beschlossen, die Mitarbeitergehälter und die Schulgelder ab 2009 um rund 20% zu erhöhen. Die Steigerung ist niedriger ausgefallen, als zur Deckung der gestiegenen Kosten eigentlich notwendig gewesen wäre, aber man hat sich bemüht, die Bürde gerecht zwischen Mitarbeitern und Eltern (die diese Erhöhung schließlich tragen müssen) aufzuteilen. Die Eltern wurden zu dieser Maßnahme übrigens zu Rate gezogen. Sehr afrikanisch, das... Für unsere Paten bedeutet das, daß ab 2010 die Patenbeiträge aller Voraussicht nach um 10% erhöht werden müssen. Wir haben für unsere Paten eine "Schonfrist" von 1 Jahr erbeten und hoffen, daß es durch einen - derzeit günstigen - Kurs des Kenya Shilling auch bei diesen 10% bleiben kann.

Im Grunde war 2008 für unser Projekt kein schlechtes Jahr. Die Zahl der Schüler ist auf mehr als 1.300 gestiegen. Die Schulen konnten sowohl bei dem KCPE Prüfungen (für Primary Schools) als auch den KCSE Prüfungen (für Secondary Schools) wieder hervorragend abschneiden. Besonders erfreulich ist, daß unter den Absolventen der Lulu High School nur eine Schülerin keine Studienberechtigung erhalten konnte, alle anderen Schüler erreichten einen Notendurchschnitt von 3+ oder besser. Niemand hat es besser zum Ausdruck gebracht als die Sprecherin der Absolventen während ihrer Ansprache bei der Abschlußfeier im November: "Mekaela Academies is the best place to be..." (Die Ansprache ist demnächst als Video auf unserer Homepage zu sehen).

Wir hoffen auf ein besseres und auf jeden Fall glückliches Jahr 2009.

Aug 2008 Die erfreulichen Leistungen bei den Abschlußprüfungen KCPE (Primary) und KCSE (Secondary) im letzten Jahr haben uns dazu bewogen, Leistungsstipendien für besonders gute Schüler einführen. Grundsätzlich werden künftig Schüler mit hervorragenden Durchschnittsnoten (1 Minus oder besser) für ein Stipendium für ein Jahr in Betracht gezogen. Das Stipendium bleibt solange bestehen, wie sich die Durchschnittsnote in den Folgejahren nicht deutlich verschlechtert. Wir möchten dadurch gute Leistungen schon während der Schulzeit eines Kindes honorieren, denn die Aussicht auf einen guten Job in einigen Jahren ist besonders für jüngere Schüler noch keine ausreichende Motivation.

Angesichts der Probleme in Kenia hat Watoto inzwischen das Förderprogramm Hamsini aufgelegt, bei dem (einmalige und dauerhafte) Spenden schon ab 50 Euro geleistet werden können. Die Förderung erfolgt über das Internet, und sie kann sogar von vorneherein befristet werden. Wer sich bisher von den Beträgen und den Verpflichtungen einer vollen Patenschaft hat abschrecken lassen, der kann jetzt auf unserer Homepage unter http://watoto.de/hamsini.htm ein Kind schon mit kleineren Beträgen fördern. Wir hoffen, daß es uns durch eine große Zahl solcher Spenden gelingt, das für dieses Jahr erwartete Defizit einigermaßen aufzufangen. Es kommt auf keinen Fall in Frage, wegen der schwierigen Lage Kinder oder Lehrer nach Hause zu schicken.

Im Mai und Juni fanden wieder sportliche Ereignisse statt, bei denen für unsere Kinder Geld gesammelt wurde. Leider war die Beteiligung am Golfturnier Watoto Open in Hohen Wieschendorf nicht so groß wie erhofft, aber es kamen trotzdem mehr als 2500 Euro zusammen (Danke, Jörg). Der Ahrensburger Turn- und Sportverein e.V. (ATSV) richtete erneut sein jährliches Basketballturnier zu Gunsten von Watoto aus, d.h. es wird für das Patenkind Brian gesammelt. Dieses Mal kam so viel Geld zusammen, daß das Internat für Brian finanziert ist und sogar noch etwas über ist, z.B. für Ausflüge, etc.

Mehr als 1300 Schüler und Mitarbeiter der Mekaela Academies müssen derzeit täglich mit Lebensmitteln versorgt werden. Damit wir künftig nicht mehr von den aberwitzigen Preissteigerungen für Grundnahrungsmittel (vielen Dank auch, liebe Hedge-Fonds) abhängig sind, wurde das Projekt "Mekaela Farms" ins Leben gerufen. Ab 2010 sollen auf einer ca. 10 Hektar großen Anbaufläche u.a. Mais und Bohnen für den täglichen Bedarf der Schulen angebaut werden. Das Projekt ist mit 100.000 Euro für den Kauf und die Erschließung der Farm budgetiert, die laufenden Kosten werden aus den landwirtschaftlichen Erträgen gedeckt. Das Projekt steht erst am Anfang der Planung, d.h. es ist erst einmal nur eine Idee, aber das war die MAS für 15 Jahren schließlich auch.

Meistens freuen wir uns über unsere engagierten Praktikanten, die bis zu einem Jahr unentgeltlich an den Mekaela Academies aushelfen. Wenn wir uns einmal nicht so sehr freuen, dann ist irgend etwas gründlich schief gegangen, und es kostet uns und Mr. Musili und sein Team Nerven, Zeit und meistens auch Geld, das Problem zu lösen. Seit diesem Jahr müssen Praktikanten daher einen Betrag von 1000 Euro hinterlegen, wenn sie bei Mekaela Academies arbeiten möchten. Von diesem Betrag gehen 500 Euro als Spende an Watoto, und 500 Euro werden als Kaution hinterlegt z.B. für den Fall, daß wir (wieder einmal) unseren Anwalt aus Mombasa losschicken müssen, um einen Praktikanten aus dem Schlamassel zu befreien. Man kann diese Maßnahme weniger gut finden, aber wenigstens hat sie schon einmal dafür gesorgt , daß die Anfragen von Schlaumeiern, die sich einen günstigen Abenteuerurlaub in Afrika erhoffen, um 90% zurückgegangen sind.  

Zum Schluß noch eine erfreuliche Meldung: Es wird eine 5. Schule unter dem Dach der Mekaela Academies geben - in Sambia. Noch befindet sich das Projekt in der Planungsphase, aber die ersten Kontakte mit Offiziellen der Regierung wurden bereits aufgenommen.  In den nächsten Wochen werden Vertreter der Mekaela Academies nach Lusaka reisen, um die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Wenn alles klappt, wird der erste Spatenstich noch in diesem Jahr erfolgen.

Mär 2008 Wir unterbrechen das Programm für eine Eilmeldung...

...nicht etwa die, daß der andere Dicke jetzt als Premierminister in der Regierung mitspielen darf, nachdem er mehrfach "friedliche Demonstrationen für Demokratie und Gerechtigkeit" angekündigt hatte (eine freundliche Drohung mit ein paar Hundert Toten und brennenden Gebäuden mehr), sondern...

...soeben erhalten wir die Resultate der Abschlußprüfungen "KCSE" der Lulu High School. Unter den fast 5000 Secondary Schulen in Kenia belegte die LHS gleich beim ersten Anlauf den 76. Platz landesweit und übertraf damit selbst unsere kühnsten Erwartungen. Der Standard einer "National School" wurde locker erreicht, viele dieser Schulen hat die Lulu High School weit hinter sich gelassen.

Für die Statistik: Der Notendurchschnitt lag bei knapp 9 (von 12) Punkten, das entspricht etwa der Note "2". Vier Schüler erhielten die Note "1-", 13 Schüler eine "2+", "2-" oder eine "2", vier Schüler eine "3+" und nur ein Mädchen eine "4+". Ab der Note "3+" dürfen Absolventen eine Universität besuchen, d.h. 21 von insgesamt 22 Schülern haben eine Studienberechtigung erhalten. Diese Quote von 95% liegt um Welten über dem Landesdurchschnitt von 35% und ist die höchste in ganz Kenia. Das Mädchen war übrigens während der Prüfungen erkrankt, ihre "4+" entsprach keinesfalls ihren Vornoten.

Auch wenn das jetzt in Angeberei ausartet, aber es ist einfach zu schön: Die LHS verzeichnete das beste Ergebnis, das jemals im Distrikt Kwale erzielt wurde, und landete in der Provinz "Südküste" unter den 5 besten Schulen (siehe auch den Artikel in der "Daily Nation"). Und dabei waren nur wenige Absolventen Eigengewächse der Mekaela Academies, (die LHS wurde erst 2005 gegründet), sondern Quereinsteiger von anderen Secondary Schulen mit teilweise problematischem Hintergrund. Dieses Jahr wird das anders, dann sind die meisten Absolventen ehemalige Schüler der MAS und der LPS. Anderson, der Schulleiter der LHS, hält einen Platz unter den ersten 20 Schulen des gesamten Landes für realistisch.

Feb 2008 Das Jahr 2007 wird uns leider auch deswegen in Erinnerung bleiben, weil nach den Wahlen vom Dezember gewalttätige Unruhen ausbrachen, die von Politikern, deren Machtbesessenheit nur noch von ihrer Verantwortungs- und Nutzlosigkeit übertroffen wird, inszeniert wurden. Im Laufe der Tage und Wochen eskalierte die Gewalt, und es ging dann auch nicht mehr um Politik und die angebliche (und bisher nicht bewiesene) Wahlfälschung, sondern um Stammesfehden. Jugendgangs nutzen die Gelegenheit, alte Rechnungen mit anderen Gangs zu begleichen und nebenbei auch Häuser und Geschäfte zu plündern. Die Gemeinschaft der Kenianer hat großen Schaden genommen, viele Hundert Menschen sind ermordet worden, und es wird mehr als nur ein paar Monate brauchen, bis die Wunden verheilt sind.

Wir betrauern den Tod von Paul, einem Absolventen der Lulu High School, der noch im November am Graduation Day sein Abschlußzeugnis in Empfang genommen hatte. Paul wurde im Januar von einem Mob getötet, weil er ein Unbekannter war in der Gegend, in die er sich verlaufen hatte. Unsere Anteilnahme gilt auch Pauls Mutter und seinem Bruder.

Es fällt schwer, das Tagebuch einfach weiter zu führen, weil die anderen Meldungen so unbedeutend erscheinen.

Seit neuestem wird der Unterricht an der LHS getrennt zwischen Jungen und Mädchen durchgeführt. Diese Maßnahme basiert auf einem Wunsch der Schüler, die bei einer Befragung angaben, so besser lernen zu können. In dem Alter ist das auch kein Wunder.

Erstmals fanden in 2007 auch Abschlussprüfungen für die Schüler der LHS statt. Das heißt, daß wir demnächst die ersten Studenten verweisen können, die von den Mekaela Academies kommen. Die Ergebnisse der Prüfungen liegen uns allerdings bisher nicht vor, wir werden das an dieser Stelle nachtragen.

Die Resultate der KCPE Prüfungen der Abgänger der MAS und der LPS haben wir aber, und die Kinder haben sich wieder einmal übertroffen und alles bisherige in den Schatten gestellt. Die beste Schule der Südküste zu haben ist sicher schon toll, aber wenn LPS und MAS auf dem 9. bzw. 15. Platz unter mehr als 18.000 Primary Schools in Kenia landen, dann ist das überwältigend. Wir sind sehr stolz, ein riesengroßes Kompliment an die Schüler und ihre Lehrer.

Leider noch eine schlechte Nachricht: Durch die Unruhen haben Hunderte von Eltern ihre Jobs in den Hotels und Einrichtungen des Tourismus verloren. Wir rechnen damit, daß Mekaela Academies Ausfälle bei den Schulgebühren in Höhe von rund 30.000 Euro verkraften muss. Wir wollen aber weder Kinder von der Schule schicken, noch Personal entlassen. Wir werden versuchen, die Ausfälle zum Teil auszugleichen. Beim Tausch der Patenschaftsgelder von Euro in Kenya Shilling haben wir deutlich bessere Kurse erzielen können (weil der Kurs aufgrund der Unruhen stark gefallen war), so daß unseren Notfallfonds schon heute auf 10.000 Euro aufstocken konnten. Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Paten herzlich bedanken, die fast ausnahmslos die Erhöhung der Gebühren solidarisch mitgetragen und dadurch sehr geholfen haben.

Wir freuen uns, daß in 2007 wieder viele Bauvorhaben fertig bzw. in Angriff genommen wurden. Das erste Gebäude der Heshima Primary School ist fertig wird seit Januar für Schulklassen der MAS genutzt. Frank hat ein komplettes Gebäude auf dem Gelände der LHS finanziert, das ebenfalls fertig ist und die dringendsten Platzprobleme erst einmal löst. Annette hat sich die Erweiterung der Girls Dorms der LHS auf die Fahnen geschrieben, das Projekt ist in vollem Gang und dürfte Mitte des Jahres abgeschlossen sein. Das zweite Stockwerk der Gebäude der LPS ist so gut wie fertig, 4 neue Klassenräume stehen zur Verfügung. Nochmals LHS : dort steht seit dem Sommer ein riesiger Unterstand (engl. Shade) mit Makutidach, unter dem alle Schüler der LHS gleichzeitig Platz finden, z.B. bei den Mahlzeiten. Einen ähnlichen Unterstand bekam auch die MAS, nur mit etwas kleineren Ausmaßen.

Die Mekaela Academies und Watoto finden sich in den neuen Medien immer besser zurecht. Die gemeinnützige Organisation betterplace.org führt unser Projekt als Referenzobjekt, und bei Wikipedia wird Mekaela Academies sowohl im deutschen als auch im englischen Teil geführt. Mitarbeiter der Hamburger Netgain AG arbeiten an einer internetbasierten Datenbank für Watoto, so daß etwa ab Sommer alle Informationen über Schulen und Patenkinder online zur Verfügung stehen würden, allerdings mehrfach gesichert und nur angemeldeten Paten per Passwort und Benutzerkennung zugänglich.

Kein neues Medium, sondern ein altbewährtes: die Zeitung. Die "Mekaela Times" brachte ihre zweite Ausgabe zur Abschlußfeier im November heraus. Inzwischen ist es ein Magazin mit über 20 Seiten geworden. Es gibt übrigens auch einen netten Mitschnitt des Graduation Day 2007 von Hans von der Organisation "Rafikikenia" aus Holland, der auf der Downloadseite zur Verfügung steht.

Sep 2007

Anfang Juli reisten wir mit einem Aufnahmeteam für das ZDF nach Kenia, um für die Sendung "Volle Kanne" eine Reportage zu drehen. Der Dreh dauerte fast eine Woche, die Ausstrahlung ist in der ersten Septemberwoche. Für alle, die auch vor der Kamera stehen mussten, war das Ganze natürlich mächtig aufregend und hat einen Riesenspaß gemacht. Die Videos der Reportagen des ZDF befinden sich hier.

Wir konnten uns in den letzten Monaten über einige bedeutende Spenden freuen. Erwähnen möchte wir die Musicaltruppe "Amusicals", die uns die Erweiterung der Likunda Primary School mit einem zweiten Zug für die Klassen 5 bis 8 ermöglichte, sowie Hildegard aus Düsseldorf, die unsere Kindergärten und Schulen mit Lehrmaterial ausgestattet hat. Das Material hat sie zum größten Teil selbst hergestellt. Außerdem wird Hildegard ab Mitte September einen Monat lang an der Lulu High School die Abschlussklasse in Deutsch trainieren und auf das Abitur vorbereiten. Sehr gefreut haben wir uns auch über eine Spende von HelpAlliance e.V., der Hilfsorganisation der Mitarbeiter des Lufthansa Konzerns. Dadurch bekommt die Lulu noch dieses Jahr einen Chemie- und einen Physiksaal.
Es ist schön zu erleben, wenn aus unseren Patenkindern etwas wird. Wir trafen z.B. im Juli Irvin an der MAS, einem Schüler der ersten Stunde und Patenkind von Ernschtl und Dorle. Während er auf seinen Studienplatz für 2008 wartet, arbeitet er freiwillig in der Bibliothek der MAS, um seiner alten Schule ein wenig zurückzugeben für das, was ihm die Schule und seine Lehrer einst mitgegeben haben. Sehr stolz sind wir auch auf das Patenkind Rukia, die aufgrund ihres hervorragenden Abschlusses an der Secondary School ein Stipendium für ein Medizinstudium in Russland erhalten hat. Rukia will später einmal als Gynäkologin in Kenia arbeiten.

Unser neuestes Projekt macht gute Fortschritte. Inzwischen ist an der Heshima Primary School der Grundstein für das erste Schulgebäude gelegt worden, wenn also nicht noch etwas dazwischen kommt, dürften die ersten Klassenräume ab Januar 2008 zur Verfügung stehen (oder so, Kenya Maybe Time).

Die zweite Elternbefragung im März hatte uns gezeigt, daß die Schulspeisung der Mekaela Academies einer Besserung bedurfte. Wir haben also die Schuldigen gesucht, die Unschuldigen gefeuert und die Unfähigen befördert. Nein, so machen wir das natürlich nicht, aber das Kantinenpersonal wurde etwas umorganisiert. Ob es geholfen hat, werden wir demnächst von den Eltern erfahren.

Wie bereits angekündigt, wurde im August eine Erhöhung der Schulgebühren ab 1. Januar 2008 offiziell vom Direktorium der Mekaela Academies beschlossen. Während sich die letzte Erhöhung 2005 noch nicht auf die Patenschaftsbeträge auswirkte, weil der Kurs des Kenya Shilling sich sehr zu unseren Gunsten entwickelt hatte, kommen wir dieses Mal nicht um eine Angleichung der Euro Beträge herum. Das liegt allerdings nicht nur daran, daß der Kurs des Kenya Shilling seit 2005 um rund 15% gestiegen ist.

Hinzu kommt, daß für die Lehrer der Mekaela Academies seit langem eine Gehaltserhöhung überfällig geworden war, ab 2008 steigen die Lehrergehälter daher im Schnitt um rund 15%. Außerdem hat die Kenianische Regierung dieses Jahr ein Gesetzt erlassen, nach dem Nachhilfe (Tuition) Eltern nicht mehr separat berechnet werden darf. Wir haben daher diese Leistung pauschal in die Schulgebühren einfließen lassen. Zusätzlich haben wir einen Zuschlag für Computerunterricht in Höhe von EUR 20,00 im Jahr eingerechnet, der bislang aus Überschüssen durch den günstigen Wechselkurs finanziert werden konnte.

Unter diesen Umständen beläuft sich die effektive Erhöhung des Schulgeldes auf "nur" EUR 30,00. Das entspricht dem Betrag, der zur Finanzierung der Gehaltserhöhung der Lehrer erforderlich ist. Wir sind der Meinung, daß unsere Lehrer sich diese Erhöhung aufgrund der hervorragenden Leistungen der letzten Jahre auch redlich verdient haben.

Es fällt uns nicht leicht, liebe Paten, Ihnen diese Mehrbelastungen zusätzlich aufzubürden, und wir betrachten Ihre Hilfsbereitschaft auch nicht als Selbstverständlichkeit. Wir hoffen aber, daß Sie diese Maßnahmen gutheißen und gemeinschaftlich tragen, denn auch dieses Geld kommt ausschließlich den Menschen vor Ort zugute.

Jun 2007 Im Februar erhielten wir endlich die Ergebnisse der K.C.P.E. Prüfungen. Zum ersten Mal seit ihrem Bestehen hatte die LPS bei den Prüfungen als beste Schule des Südküste abgeschnitten. Die MAS wurde sogar "nur" Dritte, knapp geschlagen von der World Of Life Academy in Diani Beach. Der Stolz der Lehrer und der Schüler der LPS kannte keine Grenzen, endlich hatten sie sich gegen die altehrwürdige MAS durchgesetzt. Im Sport haben die Schüler der LPS übrigens schon seit ein paar Jahren die Nase vorn.

Zunächst war der Ausbau der LPS und der LHS ziemlich ins Stocken geraten, seit bei Watoto e.V. nicht mehr einzelne Projektleiter nur für eine Schule verantwortlich sind. Inzwischen "brummt" es aber wieder richtig, das zweite Stockwerk der LPS macht gute Fortschritte, und sowohl die Dorms, als auch die Klassenräume der LHS werden zügig erweitert bzw. ausgebaut. Besonders bei der LHS drückte uns der Schuh, nachdem sich die Zahl der Schüler innerhalb eines Jahres fast verdoppelt hatte. Die Zeit läuft uns auch deswegen davon, weil Ende 2007 eine Abnahme der Lulu High School durch die Behörde erfolgt, nach der die LHS eine Einstufung als National School oder Provincial School erhält.

Die vierte Schule im Verbund der Mekaela Academies heißt bekanntlich "Heshima Primary School" (HPS). Nach anfänglichen Verzögerungen steht inzwischen das Finanzkonzept der Eine Welt Stiftung zumindest für das erste Schulgebäude, und die Erd- und Bauarbeiten können beginnen. Noch in diesem Jahr werden hoffentlich drei weitere Klassenräume zur Verfügung stehen, so daß die ärgsten Platzprobleme dadurch gelöst sein werden. Wir freuen uns darüber, daß die Kooperation mit der Stiftung so gut klappt. Und nachdem wir gesehen haben, wie schön das mit so einer Stiftung sein kann, hat Frank es sich zur Aufgabe gemacht, unsere eigene Stiftung zu gründen. Diese Stiftung soll den Namen "Mekaela Foundation" tragen und hoffentlich noch vor Weihnachten gegründet sein. In Zukunft wird dann die Mekaela Foundation Eigentümerin aller Schulgrundstücke und Gebäude sein, das vereinfacht für uns vieles.

Im Frühjahr wurde die zweite anonyme Elternbefragung durchgeführt. Die Fragen waren die selben wie beim letzten Mal, so können wir Trends relativ zuverlässig feststellen. Die Auswertung fiel dieses Jahr etwa 3% Punkte schlechter aus, allerdings wurde wieder nur die Höhe des Schulgeldes (das kann keinen verwundern) und die Schulspeisung (wir arbeiten daran) beanstandet. Nun sind 3% Punkte nicht gleich ein Desaster, aber wir nehmen diese Entwicklung durchaus ernst und versuchen, rechtzeitig gegenzusteuern (ich hasse die neue deutsche Rechtschreibung).

Die letzte Erhöhung der Schulgelder erfolgte im Januar 2005. Nun steht wieder eine Erhöhung an, allerdings eine moderate, wie wir meinen. Sie dürfte in der Größenordnung von rund 25 EUR pro Jahr und Kind ausfallen. Leider kann Watoto die Erhöhung dieses Mal nicht mehr über einen günstigen KES Kurs auffangen; das war uns letztes Mal noch gelungen. Leider hat sich der KES bei etwa 90 pro Euro stabilisiert, und wir rechnen auch in Zukunft mit stabilen Wechselkursen des Shilling. Das liegt daran, daß die Wirtschaft in Kenia, besonders an der Südküste, zur Zeit richtig in Fahrt ist und große Mengen Investitionen ins Land kommen. Es ist zwar noch nicht so schlimm wie auf den Kanaren in den 90er Jahren, aber derzeit wird unglaublich viel gebaut in Ukunda und Umgebung. Ob das wohl was damit zu tun hat, daß Barak Obama, einer der möglichen Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, ein "halber" Kenianer ist? Sollte Obama Präsident werden, dann geht die Post in Kenia jedenfalls richtig ab, soviel ist sicher.

Die Mädchen der LHS würden schrecklich gerne Hockey spielen. In ihrem Alter (ab 14 Jahren) ist Fußball allmählich "out", und Hockey ist auch wirklich eher damenhaft. Das Glück der Mädels ist, daß unser neuer Präsident Kai war selber viele Jahre lang aktiver Hockeyspieler war, und bei seinem Besuch im März sagte er den Bau eines Hockeyplatzes zu. Sehr mutig, Kai, nun hau' mal rein! Die Mädels warten, und es sind schon wieder 3 Monate in Land gegangen.

Am Ende des ersten Halbjahres verzeichnete Micki 345 Patenschaften. Sie freut sich besonders darüber, daß Paten sehr viel aktiver als früher Werbung für unser Projekt machen und dabei auch recht erfolgreich sind. Liebe Paten, wenn Ihr Broschüren für die Patenwerbung benötigt, bitte bei Micki melden.

Nov 2006 Wie stets im November fanden wieder die Prüfungen der 8. Klassen für das K.C.P.E. statt. Die Nerven der Schüler lagen genauso blank wie die der Lehrer, am Tag der Prüfungen konnte kaum ein Schüler der 8. Klassen schlafen, bereits um 4:00 Uhr morgens waren die meisten wach. Der Jahrgang 2006 ist der bisher größte der letzten 6 Jahre mit mehr als 60 Schülern. Nur ungern würden wir uns die Krone der besten Schulen der Südküste abnehmen lassen, jedoch: Mögen die Besseren gewinnen. Etwa im Januar werden wir die Ergebnisse haben.

Kurz vor Ende des Jahres fehlen den Mekaela Academies noch rund EUR 20.000 für den Ausbau der Lulu High School sowie für die Fertigstellung weiterer Klassenräume für den zweiten Zug der LPS. Watoto wird diese Summe aus dem Fonds nicht gebundenen Spendenmittel zur Verfügung stellen, weil andernfalls der Schulbetrieb Anfang nächsten Jahres in ernsthafte Schwierigkeiten geraten könnte. Glücklicherweise sind wir dieses Jahr mit den Wechselkursen des Kenya Shilling zum Euro recht gut über die Runden gekommen, so daß wir über einige Reserven verfügen. Für nächstes Jahr wird es dagegen knapp, der Kenya Shilling notiert derzeit bei 89, und wir kalkulieren mit 85.

Nachdem wir durch die Eine Welt Stiftung zum ersten Mal ernsthaft mit dem Prinzip einer deutschen Stiftung in Berührung gekommen sind, fasziniert uns die Idee, ebenfalls eine Stiftung ins Leben zu rufen. Wir werden dabei unentgeltlich von der Bremer Landesbank beraten, die in diesem Bereich in Deutschland führend ist. Wir hoffen, daß die Stiftung bis Ende 2007 steht. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es gibt weniger steuerliche Probleme und die Spendenakquisition sollte uns allen leichter fallen.

Seit Ende Oktober hat sich etwas zum Thema "Waisenkinder" bewegt. Wir hatten gemeinsam mit einheimischen Fachleuten eine sorgfältige Prüfung der Situation vorgenommen. Das Resultat ergab, daß bei der Betreuung von Waisenkindern in jedem Fall eine Unterbringung im erweiterten Verwandtenkreis angestrebt werden sollte, weil dabei die Bedingungen für die soziale und emotionale Entwicklung der Kinder am besten sind. Wir haben daher ein Konzept entwickelt, bei dem ein Waisenkind (das eine Patenschaft hat) zunächst bei ggf. sehr entfernten Verwandten untergebracht wird. Aus den Patenschaftsgeldern wird nicht nur das Schulgeld bezahlt, sondern auch ein Zuschuß zu den Lebenshaltungskosten der Familie gegeben. Da Waisenkinder grundsätzlich immer im Internat untergebracht werden, spielt die außerschulische Unterbringung ohnehin nur in den Ferienzeiten eine Rolle. Die darüber hinausgehende notwendige Zuwendung für das Waisenkind ist durch Verwandte in jedem Fall besser zu erbringen als durch angestelltes Personal.

Endlich ist die erste Ausgabe der "Mekaela Times" auf dem Markt. Sie wurden in einer Auflage von 5.000 Exemplaren am Elterntag zum Preis von KES 100 verkauft. Erzielen die Schüler, die ihre Zeitung eigenverantwortlich erstellen und verlegen, aus dem Verkauf (abzgl. der Kosten) einen Überschuß, können sie ihn für Anschaffungen für die Redaktion verwenden, z.B. eine eigene Digitalkamera. Die erste Auflage erwirtschaftete allerdings den stattlichen Verlust von KES 50.000 was auf Anlaufinvestitionen und eine Rezession auf dem Gelände der MAS am Elterntag zurückzuführen ist. Wir hoffen, demnächst eine Onlineversion der Mekaela Times auf unserer Homepage veröffentlichen zu können.

Es gibt doch noch Hoffnung für die deutsche Jugend! Am Elterntag trafen wir gleich 4 dieser Prachtexemplare, drei davon arbeiten als Volontärinnen, und einer, ein Schüler namens Mattis, ist doch tatsächlich als Austauschschüler an der Lulu High. Mattis' Tagebucheintragungen sind sehr lesenswert und zäh ist der Junge, da könnten sich einige ein paar Scheiben von abschneiden. Stolz sind wir natürlich auf alle vier. Danke für Euer Engagement. Und Mattis: Viel Glück nächstes Jahr als Lehrer an den Mekaela Academies.

Jul 2006 Karibu Kenya, Eine Welt Stiftung aus Oldenburg! Die Stiftung wandte sich im Juli an uns, auf Empfehlung der Bremer Landesbank (ähem, hat das jeder mitbekommen?), also noch mal, auf Empfehlung der besagten Bremer Landesbank. Nun gut, liebe Erika Orth, im Grunde haben wir das allein Dir zu verdanken. Jedenfalls möchte die Stiftung gerne eine eigene Schule in Afrika, ggf. auch gerne in Kenia, errichten, und es trifft sich gut, daß wir zufällig genau dort noch dringend weitere Klassenräume benötigen.

Wir lernten die Stiftungsgründer aus den Familien Graendorf und Lahrmann kennen und konnten feststellen, daß "die Chemie stimmt". Die Stiftung verfügt nicht über die Mittel, gleich eine komplette Schule zu finanzieren, also fangen wir erst einmal mit dem Grundstück an pole pole. Je nach Spendenaufkommen wird dann der weitere Ausbau erfolgen. Grundstück und Gebäude werden im Eigentum der Stiftung verbleiben, Mekaela Academies erhält ein unwiderrufliches Nutzungsrecht für eine Schuleinrichtung sowie ein Vorkaufsrecht zum Buchwert, für den Fall, daß die Stiftung sich anderen Zielen zuwenden sollte. Allerdings hat die Stiftung sich vorgenommen, bis zum Beginn des nächsten Schuljahres wenigstens einen Klassenraum zur Verfügung zu stellen. Das würde uns natürlich sehr helfen.

Im August fand unter den Schülern ein Preisausschreiben statt, bei dem der Name für die neue Schule gefunden werden sollte. Die Stiftung entschied sich für den Vorschlag "Heshima Primary School". Heshima ist ein Begriff für "Würde", "Ehre" oder auch "Respekt" in Suaheli. Der glückliche Gewinner hat für seinen Vorschlag ein nagelneues Fahrrad gewonnen.

Auch ein Grundstück wurde für die Heshima Primary bereits gefunden. Es liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der MAS und umfasst 4 Acres, das sind nicht ganz 2 ha. Viel ist noch nicht zu sehen, alles ist noch von dichtem Busch bewachsen, aber eine kleine Hütte steht derzeit auf dem Grundstück, und mit der Bewohnerin gilt es, sich in den nächsten Wochen zu einigen. Die Dame wohnt dort zwar zu Unrecht, aber sog. "Squatters" genießen einen gewissen Schutz des kenianischen Gesetzes. Zu Recht, und wir werden für Mama Squatter eine Lösung finden.

Mär 2006 Eine ganze Woche lang feierten die Mekaela Academies im März ihr 10 jähriges Bestehen. Zur Erinnerung (steht ganz weit unten im Tagebuch): Im Februar 1996 wurde das 1. Gebäude der MAS eingeweiht. Um die Gemeinde an den Feierlichkeiten teilhaben zu lassen, wurden in dieser Woche verschiedene Sportwettbewerbe veranstaltet, und es gab Tage der offenen Tür für jede Schule. Um soziales Engagement zu zeigen, besuchten die Schüler und ihre Lehrer viele ärmere Schulen und notleidende Bewohner in der Umgebung und brachten ihnen Kleidung und Nahrungsmittel. Einen Vormittag lang wurde in Ukunda von Lehrern, Schülern und ihren Eltern der Müll aufgesammelt, und Micki, Doris und Frank sammelten die ganze Zeit über mit puh! Am letzten Tag wurde ein Autokorso veranstaltet, an dem gut 20 Fahrzeuge teilnahmen. Auf einem Lastwagen war ein Generator montiert, der ein Lautsprechersystem mit Strom versorgte. Und so ging es fast 4 Stunden lang unter ständiger, kräftiger Beschallung durch Ansagen auf Suaheli von Mr. Kairo (Mann, kann der Brüllen!), afrikanischer Musik und Live Gesängen von rund 30 Schülern, die sich ebenfalls auf einem LKW drängten, im Schneckentempo von Ukunda bis Likoni und wieder zurück. Auf einem weiteren LKW stand sogar eine Live Band, die afrikanische Folklore mit Dudelsack vortrug. Es war eine Schau! Am Nachmittag fand dann in der LPS die Abschlussveranstaltung statt, die ausgesprochen gelungen war. Man brauchte für den Tag nur verdammt viel Durchhaltevermögen. Aber alle hielten durch, auch die vielen Paten, die aus Deutschland angereist waren.
Ebenfalls gefeiert wurde die Eröffnung des neuen Kindergartens der LPS, ein wunderschöner Bau mit Platz für weit mehr als 100 Kinder. Michael Fretter hat bei der Planung des Baus ein neues Konzept angewandt. Dadurch wurden die Baukosten niedrig gehalten, und das Gebäude bietet den Kleinen sowohl in der Regenzeit, als auch in der größten Hitze einen angenehmen Aufenthalt. Der größte Teil der Finanzierung wurde wieder einmal von Gerd und Simone Blanke beigesteuert.
Im April setzen Dr. Michael Fretter, Gerd und Simone Blanke sowie weitere sechs Gleichgesinnte ihren Wunsch, das Upendo Waisenheim mit einem eigenen Konzept und in eigener Verantwortung aufzubauen und zu betreiben, in die Tat um. Mekaela Academies und Watoto werden künftig bei Upendo nicht mehr beteiligt sein. Wir wünschen den Initiatoren von Upendo alles Gute, viel Erfolg und Freude bei der Umsetzung ihrer Pläne.
Nov 2005 Im Juni und im Oktober fand jeweils ein Golfturnier in Hohen Wieschendorf zu Gunsten von Watoto statt. Insgesamt nahmen wir Spenden in Höhe von rund EUR 1.500 ein. Die Turnierpreise hatten wir zum Teil aus Kenia mitgebracht. Die Watoto Open werden künftig mindestens einmal im Jahr veranstaltet, die Spenden kommen dem Notfallfonds zu Gute. Sinnigerweise handelt es sich bei den Watoto Open (sic!) um ein Einladungsturnier, wer daher auf die Einladungsliste möchte, möge uns bitte eine Mail schicken.

Ende August kamen Florence Nganga, Simon Mwachia und Eliah Musili nebst Ehefrau Phelista für 2 Wochen nach Deutschland. Während ihres Aufenthaltes besuchten die vier Lehrer mehrere Kindergärten, Schulen und Internate, u.a. auch Louisenlund (ich weiß, Hoheit, das war unverzeihlich), um Ideen und Eindrücke für die Schulen in Kenia zu sammeln. Das "Basiscamp" der Kenianer war bei Gerd in Damp, dort versammelte sich auch das Team von Watoto für mehrere Tage, um Projekte zu besprechen und Pläne für die Zukunft zu schmieden (welche? Geduld!). Natürlich wurde auch kein Kaufhaus ausgelassen, aber die meisten Sachen waren eben doch sehr teuer für kenianische Lehrer. Einige Schnäppchen wurden aber dennoch gemacht, und so wurde mit Zwischenstopp in Hamburg die Heimreise schwer bepackt und mit reichlich Übergepäck angetreten.

Der Besuch der Kenianer in Deutschland hat sich gelohnt. Gerd hat sich verpflichtet, den Kindergarten der LPS bis Ende 2005 fertig zu stellen. Für die Finanzierung dieses ehrgeizigen Projektes steht er persönlich gerade. Finanziell unterstützt wird er von einer Jubiläumsspende von EUR 11.000 der Reederei Jacob in Flensburg. Michael hat den Plan für den Komplex erstellt, es wird ein beeindruckender Bau. Und weil Geld nicht alles ist, hat Gerd mit Simone im September an der LPS die Pinsel geschwungen und in nur einer Woche die Wände von sieben Klassenzimmern gestrichen. Kräftig mitgeholfen haben dabei ihre Freunde Nicole und Uwe. Es hat den Vieren sogar noch Spaß gemacht, die anstrengende und schweißtreibende Arbeit bei 33° im Schatten. Wahrscheinlich vermisst Simone in Kenia einfach ihr Spinninggerät, was weiß ich.

Die Idee ist nicht ganz neu, sie lehnt sich an die Prinzipien von Kurt Hahn an: An den Besprechungen der Schulleiter mit den Direktoren nehmen seit November die Schulsprecher der Schulen teil, jeweils drei Jungen und drei Mädchen. Die erste Sitzung verlief zunächst etwas stockend, die Schüler waren anfangs etwas schüchtern. Gegen Ende lockerte sich ihre Anspannung, und sie beteiligten rege sich an den Diskussionen. Wir erwarten positive pädagogische Auswirkungen sowohl auf die sechs Schüler, als auch die gesamte Schülerschaft. Der Vater eines der sechs Schulsprecher rief noch am Abend der ersten Sitzung bei Mr. Musili an und überschlug sich fast vor Begeisterung. Den guten Mann wird es sicher auch freuen zu hören, daß wir nächstes Jahr eine Schulzeitung ins Leben rufen werden, deren Redakteure ausschließlich Schüler sein werden. Die Redaktion wird über ein kleines Budget verfügen, so daß die Kinder nicht nur lernen zu berichten, sondern auch zu wirtschaften.

Endlich haben auch die Mädels der Lulu High School ihren eigenen Schlafsaal. Ermöglicht haben dies Gerd und Simone, aber auch die bereits erwähnte Reederei Jacob (Rolf und Tom, nochmals Danke). Nun muß Gerd aber auf den beiden Tombolas in Damp und Stralsund eine Menge Lose verkaufen, damit die Finanzierung für die LHS weiter gehen kann. Bitte, liebe Geladenen dieser wirklich hervorragenden Veranstaltungen, eifrig Lose kaufen. Und falls Gerd mal anruft, bitte ein paar Tombolapreise sponsern.

Durch den neuen Kindergarten werden an der LPS drei Klassenräume frei, die ab 2006 für einen zweiten Zug der Upper Primary genutzt werden. Das heißt, die Klassen 5 bis 8 werden künftig zweimal vorhanden sein, die Zahl der Schüler steigt um rund 160. Die Nachfrage der Eltern nach Plätzen an den Mekaela Academies ist unglaublich hoch, teilweise haben die Schulen vier Bewerbungen auf einen freien Platz. Drei zusätzliche Klassenräume reichen natürlich auf Dauer nicht aus, daher prüft Michael zur Zeit die Möglichkeiten eines Ausbaus der beiden L Wings durch ein weiteres Stockwerk.

Auch an der MAS ist ein zweiter Zug im Gespräch, allerdings erst in ein paar Jahren. Frank, der Projektleiter der MAS, hat aber bereits umfangreiche Renovierungen für die Gebäude und Einrichtungen der MAS in Planung. Die MAS wird nächstes Jahr 10 Jahre in Betrieb sein, die alte Dame hat sich ein Generallifting redlich verdient.

Zum Graduation Day des Jahres 2005 am 12. November kamen fast 300 Eltern und Angehörige der Absolventen von KG 2 und der 8. Klasse. Die Veranstaltung dauerte fast 5 Stunden, war aber nie langweilig. Frank führte die Prozession der stolzen Knirpse zur Verleihung ihrer Urkunden an, es war prachtvoll. Leider müssen wir noch bis Dezember warten, bis die Prüfungsergebnisse der 8. Klasse aus Nairobi kommen, aber die Klassenlehrer versicherten uns augenzwinkernd, daß auch dieses Jahr "recht annehmbare" Resultate möglich sein sollten. Während des Graduation Day füllten die Eltern Fragebögen aus, auf denen sie anonym ihre Meinung über die Mekaela Academies abgeben konnten. Das Ergebnis der Befragung haben wir auf der Homepage veröffentlicht. Die Befragung wird in Zukunft jedes Jahr durchgeführt.

Bekanntlich hatte Michael im Sommer aus seinem ursprünglichen Waisenheim gleich ein ganzes Waisendorf gemacht (Gerüchte besagen, weil er den Plan falsch herum gehalten hatte, aber er mag das nicht bestätigen, und Jakim schweigt wie ein Grab). Das hat uns Mut gemacht, wenn nicht sogar Übermut, denn inzwischen wurde zum ersten Mal der Begriff "Universität" mit unserem Projekt in Verbindung gebracht. Zugegeben, es war viel Planters Punch im Spiel, aber was soll das schon heißen, 1993 fing es genauso an. Eine Uni? Ein scheinbar unmögliches Projekt, deswegen mögen wir es. Wir werden sehen...

Jun 2005 Seit Februar ist die neue Lulu High School (LHS) nun in Betrieb. Gerade mal 24 Schüler werden derzeit in den Sekundarstufen "Form 1" und "Form 2" unterrichtet. Was noch an Unterrichtsmaterialien und Ausrüstung fehlt, wird in den nächsten Monaten angeschafft. Die offiziellen Feierlichkeiten fanden am 26. März statt, dem wahrscheinlich heißesten Tag des Jahres 2005. Dr. Schleifer von der Damp Holding vollzog die Eröffnungszeremonie daher in patschnassem Hemd und Hose, und alle Gäste, die an den traditionellen Tänzen teilnehmen durften, passten sich seinem Dresscode in wenigen Sekunden an.

Die LHS wird von Mr. Mosiori geleitet. Stellvertretender Schulleiter ist Anderson, der damit die wohl steilste Karriere bei den Mekaela Academies für sich beanspruchen kann verdientermaßen. Ebenso verdient haben sich Florence Nganga, Simon Mwachia und Eliah Musili eine Einladung der Damp Holding für eine Woche nach Damp, natürlich mit Flug von Mombasa nach Frankfurt. Mit entsprechenden Gutscheinen überraschte Gerd die drei während der Zeremonie an der Lulu High, und die Freude war riesig. Mitte August erwarten wir unsere Gäste in Deutschland.

Am Ostermontag wurde erneut gefeiert, mit Ansprachen, Aufführungen und Tänzen: Dr. Michael Fretter legte den Grundstein für sein Projekt, das Upendo Children's Village (UCV). Demnächst erhält das UCV auf unserer Homepage seine eigene Seite, auf der wir den Baufortschritt mit Bildern dokumentieren werden. Michael ist Bauingenieur und wird die Planung und die Durchführung der Bauarbeiten persönlich begleiten. Für März 2006 hat er die Einweihungsparty des UCV geplant und auch schon jede Menge Leute dazu eingeladen wie will er das bloß schaffen, der Teufelskerl? Die Menschen in und um Ukunda sind über das Waisenhaus jedenfalls sehr glücklich, weil es sie als Eltern von einer Sorge um die Zukunft ihrer Kinder befreit.

Nach mehr als 6 Jahren Engagement und großem persönlichen Einsatz für unser Projekt erklärten Markus und Andrea Lange im April ihren Austritt aus Watoto. Die beiden wollen ihre Kraft aber auch weiterhin für die Unterstützung afrikanischer Kinder einsetzen, ihre Ziele werden sie nun auf anderen Wegen erreichen. Das Team von Watoto, unsere Kinder und ihre Familien danken Markus und Andrea für ihren Einsatz und ihre Leistung; ihnen verdanken wir z.B. die Likunda Primary School (LPS).

Auf der Hauptversammlung von Watoto am 23. April wurde daher beschlossen, daß Simone die Projektleitung der LPS von Markus übernimmt. (Glückwunsch, Simone, Florence freut sich auf die Zusammenarbeit). Andreas Zuständigkeit für die Kindergärten fällt wieder an die Schulen zurück, die Betreuung erfolgt durch die jeweiligen Projektleiter der Schulen. Weiterhin wurde beschlossen, beim "Deutschen Zentral Institut für soziale Fragen" in Berlin das DZI Spendensiegel zu beantragen. Weniger als 200 Organisationen in Deutschland können derzeit mit diesem Gütesiegel aufwarten, wir erhoffen uns dadurch Erleichterung bei der Beschaffung von Spenden für die anstehenden Projekte. Unter den Nägeln brennt uns zur Zeit der Bau des neuen Kindergartens an der LPS sowie die Fertigstellung der Dorms der Lulu High.

Auf unseren Lorbeeren ausruhen können wir uns jedenfalls nicht. In den rund 10 Jahren seit der Fertigstellung des ersten Gebäudes, des "L Wing" der MAS, ist unser Projekt so groß geworden, wie es die Gründer sich nie zu erträumen gewagt hätten. Natürlich wurden auch die Probleme größer, und wir mussten neue Wege suchen, um Menschen von unserem Projekt und der Idee dahinter zu begeistern. Die beste Werbung für Watoto und unsere Kinder machen selbstverständlich unsere Paten. Zusätzlich versuchen wir durch Aktionen und Veranstaltungen, auf unser Projekt hinzuweisen. Stefans Idee mit der Spendenhotline ging zwar gründlich daneben (er war offenbar der einzige Anrufer), andere Aktivitäten verlaufen dafür erfolgreicher. Im Juni wird z.B. das Golfturnier "Watoto Open" in Hohen Wieschendorf veranstaltet, und eine Woche später wird der Ahrensburger Turn und Sportverein mit dem jährlichen Basketballturnier für Kinder ein Patenkind der Mekaela Academies unterstützen. In Kürze wird auch die Willy Brandt Schule in Übach Palenberg wieder einen Benefizlauf zu Gunsten von Watoto durchführen. Viele Menschen und Einrichtungen leisten großzügige Unterstützung für unser Projekt, dafür möchten wir uns herzlich bei allen bedanken (auch denen, die ich hier nicht erwähnt habe).

Jan 2005 Frohes Neues Jahr! Wir haben auch allen Grund zur Freude: Dank der Familie Scheck hat die MAS in diesem Jahr Strom von Kenya Power, und ihre Spende sichert auch die Fertigstellung der ersten Phase der Lulu High School (LHS), so daß wir im Februar den Schulbetrieb aufnehmen können. Für die große offizielle Eröffnungsfeier haben wir den 26. März vorgesehen. Karibuni sana, rafiki!

Das Projekt "Waisenhaus" ist einen Schritt weiter. Dr. Michael Fretter aus Berlin hat sich vorgenommen, das "Upendo Children's Village" (UCV) bis zum April 2006 fertig zu stellen. Das Grundstück in der Nähe der LPS wird dieser Tage erworben, danach werden wir Gebäude und Einrichtungen für zunächst etwa 25 Waisenkinder bereitstellen. In der zweiten Phase soll die Kapazität auf 50 Kinder erhöht werden, das Gesamtbudget wird dann rund EUR 135.000 betragen. Die Kinder des Waisenhauses gehen an den Mekaela Academies zur Schule, eine Patenschaft für ein Waisenkind wird einschließlich der Kosten für Kleidung, medizinischer Versorgung etc. etwa EUR 1.000 im Jahr kosten. Das ist nicht besonders viel, wenn man bedenkt, daß dadurch ein Kind vor dem Absturz ins Elend bewahrt werden kann.

Mit Spannung hatten wir das Abschneiden der ersten Abschlussklasse der Likunda Primary School (LPS) bei den Examen für das K.C.P.E. erwartet, und die Ergebnisse haben selbst die optimistischsten Erwatungen übertroffen. Von den besten 100 Schülern der Coast Province des Jahres 2004 sind 3 von der LPS, dazu noch 2 weitere von der MAS. Im Gesamtergebnis ist die MAS (wieder einmal) die beste Schule der Südküste, und die LPS liegt auf Platz 2. Musili hat sich vor Freude fast überschlagen, und Florence ist jetzt natürlich ein Superstar, weil die LPS gleich im ersten Anlauf so gut abgeschnitten hat. Herzlichen Glückwunsch, wir sind stolz auf unser Team.

Wir freuen uns über ein Pilotprojekt gemeinsam mit der Deutschen Telekom. Ab dem 03. Januar hat die Telekom für Watoto eine Spendenhotline unter 09001 221166 geschaltet. Über diese Hotline spenden Anrufer, nach einer entsprechenden Ansage und einer kurzen Bedenkzeit (3 Sek.), 5 Euro über ihre Telefonrechnung an Watoto. Die Pilotphase geht über einige Monate, mal sehen, wie das angenommen wird. (Anm.: die Aktion wurde Ende 2005 beendet)

Die Zahl der Patenschaften nimmt beständig zu. Obwohl wir 2004 einige Abgänge hatten (zum Glück gibt es den Notfallfonds), stieg die Zahl der Patenschaften auf knapp 280 an und sollte dieses Jahr mindestens 300 erreichen. Geholfen haben uns dabei auch die Artikel im Hamburger Abendblatt, Eckernförder Zeitung und, äh, Bild der Frau. Die beste Werbung machen aber immer noch die Paten selbst, die dafür sorgen, daß sich unser Projekt herumspricht.

Die Schulgebühren wurden zum 1. Januar deutlich erhöht, in Shilling um bis zu 20%. Diese Erhöhung wurde notwendig, weil die Mitarbeiter der Mekaela Academies mit ihrem Gehalt die gestiegenen Lebenshaltungskosten kaum noch bestreiten können und die Gehälter dringend erhöht werden müssen. Die letzte bescheidene Erhöhung liegt zwei Jahre zurück. Für die Paten bedeutet dies jedoch keine Veränderung der Beträge in Euro, weil der Kurs des Kenya Shilling entsprechend günstig ist. Wir haben daher keine Anpassung bei den Förderbeiträgen vornehmen müssen.

Also, sind das gute Neuigkeiten, oder was?

Aug 2004 Zu Recht gab es vermehrt Schimpfe für den Webmaster von watoto.de, weil die Zeiträume zwischen den Beiträgen immer weiter auseinander klaffen. Es wurde aber glaubhaft Besserung versichert.

Im März 2004 erfolgte die Grundsteinlegung für die Lulu High School. Wenn alles gut läuft, wird 2005 der Schulbetrieb beginnen können. Möglich wurde dies durch Simone und Gerd, die allein durch ihr finanzielles und persönliches Engagement die LHS auf den Weg gebracht haben. Mit einer großen Zeremonie, bei der viele Eltern von Schülern anwesend waren, wurde das Ereignis gebührend gefeiert. Die Freude darüber, daß ihre Kinder nun nicht mehr weit entfernt von zu Hause ihre Ausbildung fortsetzen können, war besonders den Müttern anzumerken.

Die Manuel Alexander School strahlt nun wieder, weil frisch renoviert. Es wurde nicht nur neu gestrichen, sondern auch das Dach des T Gebäudes erneuert. Endlich wurde auch die Stromversorgung der MAS gesichert, obwohl es noch Differenzen mit einem Nachbarn gibt, der eine Verärgerung der Geister seiner dort beerdigten Vorfahren befürchtet. Immerhin hält er eine Besänftigung dieser Geister durch Geld für möglich, man hat also eine Gesprächsgrundlage.

Wie erwartet hat die MAS bei den Abschlussprüfungen 2003 wieder als beste Schule des Districts abgeschnitten. Gefährlich werden kann der MAS eigentlich nur die LPS, die in diesem Jahr zum ersten Mal eine Abschlussklasse stellt und darauf brennt, der MAS die Krone zu entreißen. Mitte November wird daher zum ersten Mal eine gemeinsame "Graduation Ceremony" stattfinden, und das wird mit Sicherheit ein großes Ereignis. Das Team von Watoto wird dann vor Ort sein.

Die Likunda Primary School nähert sich langsam dem Zustand der Vollendung. Die Sanitäranlagen im Internat sind komplett, zusätzliche Betten wurden zur Verfügung gestellt. Der Spielplatz und das Sportfeld sollten noch in diesem Jahr fertig werden. Mit rund 350 Schülern ist die LPS jetzt fast so groß wie die MAS. Das nächste Problem wird für die LPS die fehlende Computerklasse, denn derzeit werden die Kinder noch mit dem Schulbus zur MAS verfrachtet, um dort Unterricht am PC zu erhalten. Das ist aufwendig, und außerdem ist die Computerklasse der MAS zu klein für so viele Schüler.

Das Patenschaftsprogramm hat in diesem Jahr eine neue Dynamik entwickelt. Micki will nächstes Jahr die Zahl von 300 Patenschaften ansteuern, derzeit sind es etwa 265, und daß trotz des Ausstiegs eines Firmensponsoren mit einem Verlust von fast 20 Patenschaften.

Ein neues Projekt befindet sich bei Watoto in der Planungsphase: ein Waisenhaus für Ukunda. Hintergrund ist die stetige Zunahme von Waisen innerhalb der Gemeinschaft rund um die Mekaela Academies. Das Problem betrifft die Familien der Schüler und die der Lehrer gleichermaßen, und wir möchten durch das Waisenhaus gewährleisten, daß die betroffenen Kinder ihre Ausbildung nicht abbrechen müssen, weil ihnen ein Zuhause fehlt. Das Projekt Waisenhaus ist im Vergleich zu den Schulprojekten relativ überschaubar, wir rechnen mit einem Investitionsvolumen von EUR 50.000 bis EUR 75.000.

Dez 2003 Mehr als 10 Jahre ist unser Tagebuch nun alt. Manche wünschen sich ein häufigeres Update, aber die haben gut reden, die müssen die Homepage auch nicht betreuen ; ))

Im September fand in Kapstadt und Johannesburg die internationale Round Square Konferenz statt, an der rund 50 Schulen aus aller Welt teilnahmen Mekaela Academies mittendrin. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg, im Januar treffen Round Square Delegierte in Ukunda ein, um die weiteren Schritte eines Beitritts zu erarbeiten. Dank noch einmal an Prinz Alexander (hoffentlich liest er es auch).

Einen Monat später trafen sich (fast) alle Mitglieder der Team Watoto in Kenia. Gerd und Simone verbrachten den gesamten Oktober in Diani und malten u.a. die Dining Hall der LPS. Markus und Andrea gaben sich am Strand des Baobab Beach Hotels zum zweiten Mal das Ja Wort, um gleich danach zurück nach Deutschland zu fliegen und auf der Stuttgarter Messe viel Geld für unsere Projekte einzusammeln. Die beiden haben quasi im Alleingang die LPS in trockene Tücher gebracht, das muß mal lobend erwähnt werden.

Gerd und Simone ließen sich auch nicht lumpen und hoben das neueste Projekt der Mekaela Academies offiziell aus der Taufe: Die "Lulu High School" das wird der neue Name der Secondary School in der Nachbarschaft der LPS. Lulu heißt nicht nur Simones Katze (Zufall), sondern auch "Diamant" auf Swaheli (Absicht), der Name soll daher Programm werden. Derzeit wird das Grundstück gerodet und eingezäunt. Wir werden unglaublich viel Unterstützung für dieses Projekt benötigen falls noch jemand Spendenquittungen braucht...

Micki zählt inzwischen 250 Kinder, die eine Patenschaft haben. Viele neue Paten würden durch Werbung der Altpaten gewonnen, Danke dafür. Über das Internet erhalten wir im Monat im Schnitt zwei Anfragen nach Patenschaften oder sonstigen Hilfsleistungen, das freut uns sehr. "Der Laden brummt" möchte man sagen.

Allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein glückliches Jahr 2004 wünscht das Team Watoto.

Aug 2003 Wahrscheinlich werden wir noch unseren Urenkeln von diesen Jahrhundertsommer mit Temperaturen in Deutschland von 40° erzählen. Wir können ihnen auch berichten, daß die Mekaela Academies (zur Erinnerung: unsere Schulen sind organisatorisch unter dem Dach der Mekaela Academies zusammengefaßt) eine Einladung zur Round Square Conference nach Südafrika erhielten. Gemeinsam mit der Starehe Boys School stellen wir die einzigen Schulen aus Kenia und vielleicht kann Mr. Musili ja Nelson Mandela die Hand schütteln.

Auf der Hauptversammlung des Fördervereins Watoto im Mai wurden zwei neue Mitglieder begrüßt. Mit Gerd und Simone Blanke aus Damp hat der Verein jetzt 11 Mitglieder. Gerd und Simone werden für den Bau und die Entwicklung unserer neuen Secondary School verantwortlich sein, die in der Nachbarschaft der LPS entstehen soll. Das Projekt ist mit ca. EUR 375.000 veranschlagt, und der Baubeginn soll schon 2004 sein, da haben Gerd und Simone sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Durch die neue Secondary School werden unsere Eltern ihre Kinder nach dem Abschluß der Primary Section nicht mehr in die teuren Internatsschulen schicken müssen, die über das ganze Land verstreut liegen. Das wird für die Familien nicht nur billiger, sondern erspart auch die langen Trennungen der Kinder von ihren Familien und ermöglicht uns darüber hinaus, den hohen Standard aus der Primary bis zum "Abitur" aufrecht zu erhalten.

Es mutet etwas anekdotisch an: Das Finanzamt Kassel wollte belegt haben, daß: A) unsere Schulen tatsächlich existieren, B) Watoto die Fördergelder tatsächlich an die Schulen überweist und C) die Schulen dieses Geld auch nur für schulische Zwecke verwenden. Eine schriftliche Erklärung der Schulen hatte dem Finanzamt nicht gereicht, ebenso wenig die Kopien sämtlicher Kontoauszüge (das verstehe, wer will). Mit Unterstützung des deutschen Konsuls in Mombasa konnten wir die erforderlichen Bescheinigungen schließlich beibringen.

Feb 2003 Im Dezember konnten wir uns über EUR 27.500 freuen, die durch die Tombola der Blankes zusammenkamen. Damit werden u.a. an der LPS die Stromversorgung und ein zweiter Brunnen finanziert. Florence Ng'ang'a wurde offiziell zur Leiterin der LPS befördert.

Im November hat die Firma School Data mit Unterstützung durch freiwillige Helfer von Logitech auf der Messe "Heim + Elektronik" in Stuttgart mehr als EUR 40.000 eingenommen. Mit diesem Geld konnten wir den Bau des Internatsbereiches der LPS weiterführen.

An der MAS wurde die Computerklasse mit 9 PCs, eingebunden in ein Netzwerk, fertig gestellt. Dafür wurden eine Betondecke eingezogen und Glasfenster und eine Klimaanlage eingebaut. Ein neuer Lehrer unterrichtet die Kinder und die Lehrer in den gängigsten Anwendungen, aber auch Spiele wurden installiert. Aufgrund der hohen Nachfrage findet auch am sonst freien Sonnabend Computerunterricht statt. Ebenfalls neu eingestellt wurde ein Deutschlehrer, die Wirkung bei den Kindern ist bereits spürbar (leider nicht bei Musili & Co.).

Die Abschlussklasse 8 der MAS hat bei den 2002er Abschlußprüfungen den 1. Platz im Kwale Distrikt erreicht. Immerhin sind in diesem Distrikt ca. 200 Primary Schools registriert, eine tolle Leistung also. Für dieses Jahr haben sich die Lehrer sogar den ersten Platz in der Provinz vorgenommen, das sind immerhin über Tausend Schulen! Wir werden sehen.

Im Februar nahmen wir die Verbindung zum Starehe Boys' Center in Nairobi auf, der einzigen Schule in Kenia, die der Organisation "Round Square" (RS) angeschlossen ist. Wir hoffen, als assoziierte Schule von Starehe Boys schon im September einen Delegierten zur Konferenz in Südafrika schicken zu können. Die Verbindung zu RS wird auf unsere Schulen, die Lehrer und die Schüler einen sehr positiven Einfluß haben. Hoffen wir, daß es klappt.

Ebenfalls im Februar wurde der Internatsbereich der LPS feierlich eröffnet. In den ersten Wochen des Jahres hatten sich schon ca. 70 Schüler für die rund 100 Plätze eingeschrieben, der Platz wird also bald knapp. Bei der Eröffnung konnten die Eltern auch die Schlafsäle besichtigen, sie äußersten sich alle sehr zufrieden. Dennoch bleibt noch viel zu tun, es fehlen im Internatsbereich z.B. noch Schreibtische, Stühle und Schränke.

Die Mädchen der beiden Schulen konnten mit ihren Aufführungen im Baobab Beach Resort im November 2002 und Februar 2003 die Herzen vieler Gäste erreichen und halfen uns dadurch, die Anzahl der Patenschaften auf über 200 zu erhöhen. Auch in diesen Zeiten der Kriegs und Rezessionsängste sind Menschen immer noch sehr hilfsbereit, das freut und sehr.

Okt 2002 Mitte August haben wir uns die Schule in Msambweni angeschaut, konnten uns aber nicht mit den derzeitigen Eigner über die Bedingungen einer Übernahme durch Mekaela Academies einigen. Dieses Vorhaben ist erst einmal auf Eis gelegt, aber es gibt ohnehin derzeit wichtigeres zu tun z.B. die Fertigstellung des Internatsbereiches (Schlafsäle) in der LPS.

Während ihres Besuches in Deutschland Ende August wurden mit Mr. Musili und Mr. Mwachia die Details der weiteren Entwicklung besprochen. Wir sind übereingekommen, daß von Oktober bis Dezember das Watoto Team durchgehend vor Ort präsent sein wird, um den Bau der Schlafsäle der LPS und der Computerklasse der MAS zu unterstützen.

Die Blankes haben eine große Tombola zu Gunsten unseres Projektes in die Wege geleitet. 10.000 Lose zum Preis von EUR 5,00 sollen verkauft werden, dafür stehen Gewinne im Gegenwert von EUR 45.000,00 zur Verfügung. Als Schirmherrin hat sich i.H. Marie Alix Herzogin zu Schleswig Holstein zur Verfügung gestellt. Die Herzogin wird die Ziehung der Hauptgewinne am 13.12.2002 in Damp vornehmen.

Micki meldet einen Stand von mehr als 175 Patenschaften, doppelt soviel wie vor drei Jahren. Über das Internet sind dieses Jahr bisher rund zehn Paten auf Watoto aufmerksam geworden, ohne die Schulen selber gesehen zu haben. Das gibt Anlaß zur Hoffnung, daß wir nächstes Jahr die Zahl von 200 Patenschaften erreichen könnten.

Mai 2002 Gutes gibt aus Kenia zu berichten. Die erste Abschlußklasse (Std. 8) der MAS erzielte sehr gute Resultate bei ihren Prüfungen, alle Schüler haben bestanden und können ausnahmslos die guten Secondary Schools des Landes besuchen. Zwei Jungen haben sich sogar für die Starehe Boys School bei Nairobi qualifiziert. Da wir mit dem Bau unserer eigenen Secondary School in Mabungo noch mindestens ein Jahr gedulden müssen, hat Micki ein Programm ins Leben gerufen, bei dem unsere Schulabgänger auch weiter gesponsert werden können, wenn sie auf andere Schulen gehen. Watoto und Mr. Musili stehen mit diesen Schulen in Kontakt und kontrollieren weiterhin die Leistungen der Kinder und die ordnungsgemäße Verwendung der Patenschaftsgelder. Was uns sehr gefreut hat: Alle Paten der Schulabgänger haben das Programm für ihre Kinder übernommen, großes Lob dafür!

Das zweite große Gebäude der Logitech Primary (LPS) ist fertig. Inzwischen sind fünf Klassen in Betrieb, in denen etwa 100 Kinder unterrichtet werden. Die schulischen Leistungen können sich sehen lassen, es wird nicht mehr lange dauern, und sie werden die MAS eingeholt haben. Aufgrund der verringerten finanziellen Mittel wird der Internatsbereich der LPS zwar kleiner ausfallen, aber Ende des Jahres sollten die ersten fünfzig Schüler einziehen können. Das Internat wird unserem Projekt sehr helfen, weil für viele Kinder dann der lange und teure (und häufig nicht ungefährliche) tägliche Schulweg entfällt.

Im Spätsommer planen wir, Eliah Musili (wieder) und Simon Mwachia für eine Woche nach Deutschland einzuladen. Eliah und Simon werden jeweils einige Tage in München und in Hamburg verbringen. Es gibt viel zu besprechen: Das Internat und die Secondary School müssen weiter geplant werden, und in Msambweni gibt es eine große Schule mit 14 Klassen, die sich gerne den Mekaela Academies for Kinder anschließen möchte. Wir würden unseren Einzugsbereich gerne auch auf diese Region ausweiten.

Apr 2002 Nächstes Jahr werden unsere Lehrer eine Gehaltserhöhung von 10% bis 12% erhalten. Seit 1996 wurden die Gehälter lediglich einmal um 10% erhöht, die Lebenshaltungskosten sind seitdem aber um über 50% gestiegen. Daher werden die Schulgebühren in 2003 um KES 600 pro Term auf insgesamt KES 14.850 pro Jahr erhöht. Da der Kurs der KES seit Anfang 2002 kontinuierlich gefallen ist, wird die Erhöhung der Schulgebühren in EURO nur 5% auf EUR 210,00 betragen. Wir denken, die Lehrer haben sich die Aufbesserung ihrer Gehälter durch ihre Leistungen in den letzten Jahren redlich verdient.
Dez 2001 Der letzte Eintrag war noch so schön optimistisch, doch dann hat das internationale Deppentum am 11.09.2001 dafür gesorgt, daß der Rest des Jahres 2001 große Probleme mit sich brachte. Logitech hat in Reaktion auf das Attentat die finanziellen Zusagen für das Erste zurückgezogen. Urlaubsbuchungen nach Kenia gingen rapide zurück und sorgten dafür, daß z.B. Hotels geschlossen und Mitarbeiter massenhaft entlassen wurden darunter leider auch viele Eltern unserer Kinder. Die Liste für Stipendienanfragen stieg im Herbst zeitweise auf 40 Anträge an, und Micki war teilweise der Verzweiflung nahe. Zum Glück sind viele gute Menschen im Watoto Netzwerk, und die Liste ist inzwischen halbiert worden. Auch Markus und Andrea Lange von Logitech haben sich fast ein Bein ausgerissen und auf der Stuttgarter Messe für Einnahmen von fast DM 100.000 für Watoto gesorgt, so daß die Logitech Primary School erst einmal (mit angezogener Handbremse) weitergebaut werden kann. Traurig war, daß Elkana (ein Gründungsmitglied des Board of Governors der Manuel Alexander School und eine große Stütze für unser Projekt) überraschend an einem Nierenversargen verstarb und seine Frau Margaret mit drei Kinder zurückließ. Margaret ist Lehrerin an der M.A.S. und erhält natürlich Unterstützung von uns. Inzwischen hat die drei Pflegekinder aus einem Waisenhaus in Kisumu aufgenommen, für die sie von den deutschen Sponsoren genug Geld erhält, um sich und ihre jetzt sechs Kinder zu versorgen. Schließen wollen wir mit einer guten Nachricht: Die Abschlußprüfungen der 8. Klasse sind erwartungsgemäß gut verlaufen. Wir dürfen mit ausgezeichneten Resultaten Anfang des nächsten Jahres und einem darauf folgenden Ansturm von Eltern rechnen, die ihre Kindern dann auch auf unsere Schulen schicken wollen.
Mai 2001 Wie die Heuschrecken sind die Wazungu dieses Frühjahr in Diani Beach eingefallen. Im Februar war Frank mit Stephan, Astrid und Helfried da, im April trafen sich Micki und Stefan mit Andrea und Markus nebst Kindern. Unser Vize Vorsitzender Kai Peter (Bambi) kam erst später hinzu, sorgte aber wenigstens umgehend für eine Patenschaft für einen sehr bedürftigen Jungen. Nicht schlecht für einen Anwalt! Auch Gisela wurde vor Ort gesichtet. Zimbo, der Clown (recht so, Hoffini?), und Antje, die Akrobatin, hatten einen umwerfenden Erfolg in der M.A.S. mit ihrer Jongliershow und dem anschließenden Jonglierunterricht für die Kinder. Manuela, die schweizerische Reiseleiterin der TUI, unterrichtet in der M.A.S. bis September Deutsch. Ob die Kinder dann wohl auch mit schweizerischem Akzent sprechen? Wir alle konnten die neue Logitech Primary School bewundern, die prächtig geworden ist bzw. noch wird. Logitech hat die komplette Finanzierung des Vorhabens zugesagt, und nun geht der Bau mit Tempo weiter. Andrea wird einen neuen Kindergarten auf dem L.P.S. Grundstück einrichten, und die große Versammlungshalle muß auch noch gebaut werden. Die erste Bauphase soll bis November abgeschlossen sein. Nun ja... Jetzt ist jedenfalls Watoto unter Zugzwang. Die bisher erst angedachte Secondary School wird im Herbst in Angriff genommen werden müssen, damit unsere Schulabgänger der 8. Klasse nächstes Jahr weitermachen können (nicht vergessen: Im November gibt es in Diani eine große Party als Abschlußfeier). Möglich wird dies durch einige große Spenden, von denen die im Namen von Regina Keller nicht unerwähnt bleiben darf. Ihr Ehemann Hilger hatte zu einer Spende anläßlich der Trauerfeier für seine Frau gebeten, und die Trauergemeinde ist dem Aufruf mit einem überwältigenden Resultat von fast DM 20.000 gefolgt.
Jan 2001 Willkommen im neuen Jahrhundert! Der Anfang ist viel versprechend zur Zeit hat Micki keine Kinder mehr auf der Warteliste. Das liegt daran, daß die Manuel Alexander School voll ist und kaum Neuzugänge zu verzeichnen sind. Aber: Inzwischen ist die neue Logitech Primary School in Betrieb, und bald werden wir über ein paar Hundert Kinder mehr in Obhut haben. Keine Zeit, sich lange auf den Lorbeeren auszuruhen. Die neue Schule ist eine organisatorische Meisterleistung von Musili und ein finanzieller Kraftakt von Tatjana und dem Logitech Team, die mehr als DM 60.000 in kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben und dafür z.B. auch auf die "üblichen" Weihnachtsgeschenke verzichtet haben. Auch die Audi Akademie und Opus5 sollen nicht unerwähnt bleiben, die über Weihnachten großzügig gespendet haben. Eine nette Geschichte hat Eva zu erzählen: Kazu, der japanische Freund ihres Sohnes Mario, brachte DM 5.000 in einem Umschlag zu ihr, das Geld hatte seine Mutter ihm mitgegeben. Zusammen mit dem Erlös aus dem Verkauf von Büchern, Keksen, Kaffee, Kuchen und Weihnachtskarten brachte Eva DM 6.600 zusammen, das ist mächtig beeindruckend (Danke an Lisa, Herrn Hellwig und Frau Zöfel). Gerd und Simone Blanke sind aus Kenia zurück und berichten, die M.A.S. sei in einem guten Zustand. Sie hatten auch drei Familien von Patenkindern besucht und bestätigen die Hilfsbedürftigkeit der Menschen, die durch unser Projekt unterstützt werden. Eine vierköpfige Familie z.B. lebt in einem 10,5 m2 großen Wohn /Schlafraum. Angesichts der hohen Summen, die an dieser Stelle häufig erwähnt werden, sollte man die Nöte und Sorgen der Einzelnen nicht aus den Augen verlieren. Die Blankes (typisch) haben auch gleich wieder drei neue Patenschaften an Land gezogen. Gut so!
Dez 2000 Die Grundstücke sind gekauft, der Bau der zweiten Grundschule hat begonnen. Markus und die Logis (von Logitech) haben auf einer Messe letzten Monat eine Menge Geld für das Projekt sammeln können, wenn also alles weitere gut geht, beginnt im Januar der Unterricht. Parallel dazu und mit einem Jahr mehr Zeit wollen wir eine weiterführende Secondary School bauen, damit wir uns auch nach der 8. Klasse noch um die Kinder kümmern können. Das erste Schulgebäude ist finanziell bereits gesichert, fehlen nur noch etwa sieben und das Drumherum. Eliah Musili wurde zum General Manager für alle Schulen befördert, er ist jetzt u.a. für den Aufbau der neuen Schulen verantwortlich. Sein Nachfolger an der Manuel Alexander School wurde Simon Mwachia, dessen Stellvertreterin Mrs. Ng'ang'a, und das ganz ohne Quote. Leider hat Gisela, die deutsche Lehrerin, die Schule nach Deutschland verlassen. Gisela hat über ein Jahr lang für ein Taschengeld an der Schule ausgezeichnete Arbeit geleistet, dafür gebührt ihr unser Dank. Hoffentlich findet sich bald Ersatz. Eine gute Nachricht für alle Paten: Die Kinder mit Stipendium gehören (fast) alle zur Leistungsspitze in ihren Klassen, etwa 18 der 22 am Ende des Schuljahres ausgezeichneten Schüler sind Stipendiaten. Die Hilfe zur Selbsthilfe erweist sich als voller Erfolg. Zum Schluß etwas Wichtiges: Die Schule erhöht das Schulgeld ab Januar 2001 um rund 15% auf KES 4350/= pro Trimester. Da bekanntlich auch der Euro stark gefallen ist, steuern wir zwangsläufig auf eine Erhöhung des Förderbeitrages um DM 45 pro Jahr zu. Dies würde eine Zustimmung der Paten erfordern, die wir demnächst einholen würden bei denen, die einverstanden sind.
Jul 2000 Vier ereignisreiche Monate liegen hinter uns. Wir nahmen Abschied von Heinz Wentzel, dem Schatzmeister von Watoto e.V. Viele kamen seinem Wunsch nach Spenden für die Schule (anstatt Blumen und Kränzen) nach, mehr als DM 6.000 stehen nun für die komplette Ausstattung der Klassen 7 und 8 mit Tischen und Bänken bereit. Markus Lange von Logitech hat bestätigt, daß DM 50.000 für den Kauf von zwei Grundstücken für das neue Internat zur Verfügung stehen. Wenn alles gut geht, können wir im Januar 2001 die neue Schule (zwischen Ukunda und Mabungo, an der Straße nach Tansania) öffnen. An dieser Stelle möchten wir auch nochmals Eva Morgenstern sowie Herrn Karoli und den Schülern des Landschulheimes Schloß Ising danken, die unermüdlich beachtliche Geldspenden für die Schule auftreiben. Von der Schule können wir berichten, daß die Schüler vor ein paar Wochen einen Vergleichstest mit vier anderen Schulen haushoch gewonnen haben, und daß über dieses Ereignis sogar in der "Daily Nation" berichtet wurde. Einen Dämpfer erhielten wir durch einen Einbruch im Juni, bei dem u.a. ziemlich viel Geld und (wieder mal) der Generator gestohlen wurden. Ziemlich beliebt, das Gerät!
Mär 2000 Und schon wieder mal Gerd Blanke! Gestern rief er an um uns mitzuteilen, daß er mal so eben ein Spende über DM 15.000 von der VAF Pfaffelhuber GmbH in Würzburg aufgetan habe. Das bedeutet, daß die Schule Ende diesen Jahres Strom haben wird. Dann werden wir unter anderem Unterricht an Computern einführen können. So ein Zufall: gerade hat Frank eine Sachspende von drei Laptops an Land ziehen können. Wir wollen auch nicht unerwähnt lassen, daß Mitte April vier Oberstufler aus dem Internat "Louisenlund" zwei Wochen lang Volontärarbeit an der Schule leisten werden. Die vier werden von Gisela angeleitet, unserer alten neuen pädagogischen Eingreiftruppe aus München.
Jan 2000 So langsam entwickelt sich Gerd Blanke aus Damp zu einer Ein Mann Armee für unser Projekt. Mit bis dato neun vollen Patenschaften (d.h. Services wie Transport, Lunch, Schuluniform, Bücher etc. sind enthalten) sind er und seine Kollegen von der Unternehmensgruppe Damp die größte private Initiatorengruppe von Patenschaften. Über Weihnachten haben er und seine Frau die Einnahmen des Casinoabends im Robinson Baobab um gut DM 1.000 auf DM 3.000 aufgestockt und der Schule zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus bemüht sich Gerd um eine Spende von ca. DM 10.000 ist dies der erste Schritt zu einer Stromversorgung für die Schule?

Ein kurzer Nachtrag am Jahresanfang: wir hatten der Schule versprochen, die Erhöhungen bei verschiedenen Leistungen in diesem Jahr nachzuvollziehen. Glücklicherweise hat sich der Wechselkurs des Kenia Schilling zu unsern Gunsten entwickelt, so daß sich die Beträge in D Mark nicht verändert haben.

Dez 1999 Der Weihnachtsmann kam für die Schule zu Silvester ein zweites Mal. Die Wolfgang R. Fikentscher Kinderhilfestiftung hat sich bereit erklärt, für insgesamt DM 12.800,00 die neue Bibliothek und eine komplette Ausstattung des Kindergartens zu übernehmen. Eva hatte dafür gesorgt, daß die Stiftung auf die Schule aufmerksam wurde. Nebenbei hat sie im Dezember beim Weihnachtsmarkt wieder einmal DM 800,00 einsammeln können, diesmal mit ihrer 3. Klasse. Das Jahr 2000 kann die Manuel Alexander School ohne Sorgen angehen Computer hat die Schule nicht, und das Budget ist durch die überraschende Zuwendung gesichert.

Das Ende des Schuljahres wurde am "Graduation Day" mit viel Aufwand gefeiert. Die Schule hat seit dem Sommer wahre Sprünge vollzogen. Das zweite Gebäude ist fertig (na gut, die Toiletten fehlen noch), und die Grundmauern des dritten Gebäudes stehen bereits. Die beste Nachricht ist: Die Firma Logitech Deutschland wird die Fertigstellung finanzieren, das befreit uns von einer Menge Problemen. Seit dem 1. Dezember haben von den 360 Schülern mehr als 100 Kinder Patenschaften, das ist gewaltig. Als neues Projekt für Watoto ist derzeit eine Schule mit Internat in Planung, das bei Msambweni aufgebaut werden soll. Ab Frühjahr nächsten Jahres gehen die Vorbereitungen los.

Sep 1999 Seit heute ist Mr. Musili Maanzo wieder zurück in Mombasa. Er war für knapp zwei Wochen in Deutschland und besuchte ein Internat, einen Kindergarten und eine Grundschule. Auf seiner Rundreise über Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg, Schleswig und Kassel traf er mit dem Vereinsvorstand zusammen und besprach u.a. die Gründung weiterer Schulen. Der Ausbau der Schule macht Fortschritte: Eine kleine Farm für den Anbau von Gemüse wurde angelegt, der Nemetschek Workshop ist (so gut wie) eingerichtet, die Fertigstellung des T Gebäudes ist durch eine Spende von Frank gesichert, und mit dem Bau des dritten "I" Gebäudes wird noch im September begonnen.
Jul 1999 Seit April keine schlechten Nachrichten mehr, im Gegenteil: Eva und ihre Schüler haben DM 1.000 aus dem Verkauf selbstgebrannter Marmelade erzielt, Egidius Braun und "sein" DFB haben einen Koffer mit 25 kompletten Sets Fußballtrikots an Watoto e.V. geschickt, die Firma Crossworks in Düsseldorf wird in die Anstellungsverträge mit den Mitarbeitern eine Pflichtpatenschaft verankern (das wären zur Zeit immerhin 17), die Schule hat endlich einen Telefonanschluß (2250), die englische Übersetzung der Homepage ist fertig, und Derek aus Oregon hat angekündigt, daß im September mindestens zwei Studentinnen aus seinem College ein 6 monatiges Volontariat in der Schule beginnen werden. (Mir graut jetzt schon vor der Übersetzung dieses Satzes.)
Mai 1999 Im August wird der Schulleiter Mr. Musili für knapp 2 Wochen nach Deutschland kommen. Er hat eine Einladung vom Förderverein Watoto e.V. bekommen. Der Besuch soll dazu genutzt werden, Planung und Strategie für das nächste Jahrzehnt festzulegen. Die Schule wird demnächst die 8. Klasse einführen, danach wird sich die Frage nach einer weiterführenden Schule (Secondary School) stellen. Weiterhin wollen wir erörtern, ob das erfolgreiche Konzept der Manuel Alexander School für weitere Schulprojekte genutzt werden kann, z.B. Schulen im Landesinneren.
Apr 1999 Eva ist aus Kenia zurück und hat positiv berichtet. Ab dem nächsten Term werden 260 Kinder die Schule besuchen, der Anteil der Patenschaften steigt weiter an. Die Fertigstellung der neuen Gebäude schleppt sich etwas dahin. Gut finden wir, daß das Board of Governors sich inzwischen an seine Aufgaben erinnert hat und regelmäßig Meetings abhält, die nicht nur der Unterhaltung dienen. Gut finden wir auch, daß der Förderverein M.A.S. DM 6.700,00 für den neuen Workshop und die Geräte an die Schule überwiesen hat. Schlecht finden wir, daß der Buchhalter Konji mit KES 43.000/= stiften gegangen ist.
Feb 1999 Gute Nachrichten: Die Schule hat inzwischen 243 Schüler (davon 53 gesponsert) und 12 Lehrer, von denen einer Derek ist, ein Volontär aus Oregon (USA). Derek arbeitet bis Juli 1999 unentgeltlich an der Schule. Die Finanzmittel für ein Workshop sind von dem Förderverein Manuel Alexander School zugesagt worden, und Watoto e.V. hat bereits die Mittel für ein neues Verwaltungsgebäude zusammen. Aufgrund des starken Wachstums benötigt die Schule dringend Räume für ein Büro, ein Lehrerzimmer, eine Bibliothek und ein Krankenzimmer, alles staatlich vorgeschrieben.
Jan 1999 Der Sportplatz ist fertig. Uschi aus Mainz, die über Weihnachten und Silvester in Kenia war, hatte eine Woche lang ihre Erfahrung im Bauwesen ausgespielt und unseren Freunden täglich auf die Finger geschaut. Es ist nicht zu fassen, der Sportplatz wurde exakt für die veranschlagten Kosten (KES 50.000/=) fertig gestellt, kein Schilling darüber. Das Geld dafür kam von Roswitha aus Düsseldorf. Fein gemacht, Uschi und Roswitha.
Dez 1998 Rechtzeitig zu Weihnachten hat der Förderverein Manuel Alexander School e.V. einen Betrag von DM 3.700 nach Kenia geschickt. Damit kann die Schule ihr Defizit vorzeitig zurückführen, sicherlich für Mr. Musili und das B.O.G. eine große Erleichterung. Das Geld kam freundlicherweise von der Firma Nemetschek AG aus München, die sich seit 1996 für das Projekt engagiert.

Eine kleine Freude vom Nikolaus: Neue Spendenzusagen in Höhe von DM 15.500 sind eingegangen. Damit kann an dem zweiten Gebäude weitergebaut werden. Leider werden wir Mr. Musili auch das "kleine" Haushaltsdefizit von fast KES 150.000/= abnehmen müssen, das sind gut DM 4.000. Das Defizit ist zum Teil hausgemacht, zum Teil ist es durch den Einbruch des Tourismus im Sommer entstanden. Das Board of Governors hat daher auch eine Erhöhung des Schulgeldes von KES 3.000/= auf KES 3.750/= genehmigt. Es freut uns zu hören, daß die Beteiligten unseres Projektes einem Finanzproblem Eigeninitiative entgegensetzen. Durch die Erhöhung des Schulgeldes ist das 1999er Budget ausgeglichen, das kann nicht mal Oskar für sich behaupten. Für die Sponsoren hat die Erhöhung des Schulgeldes zunächst keine Auswirkungen, da der Kenia Schilling gefallen ist und wir die Erhöhung nur bis KES 3.500/= für Stipendien akzeptieren werden.

Nov 1998 Das Jahr ist bald herum, der Schule ist bereits das Geld ausgegangen. Bitte, liebe Sponsoren: Denkt an die Spendenerklärung für den Förderverein Watoto e.V. Ohne die Erklärung kann der Verein kein Geld einziehen und an die Schule weiterleiten. Wer noch kein Formular erhalten hat, kann gerne beim Verein, der Sponsorenbetreuung oder den Gründern anrufen.
Okt 1998 In der kommende Woche erhalten alle Paten ein Schreiben vom Förderverein Watoto e.V. mit der Bitte um Abwicklung der Patenschaften über den Verein. Das zuständige Finanzamt hat vorige Woche die Spendenabzugsfähigkeit bescheinigt. Übrigens: nach mehrfacher Überprüfung können wir bestätigen, daß der Robinson Club erst am 16. Dezember wieder eröffnet.

Wie es scheint, ist die Krise zum größten Teil ausgestanden. Frank hat im letzten Monat wieder einmal größere Summen aufgetan, und wir haben aus Einzelspenden (von Leuten, die noch nie in Kenia waren!) mehrere Tausend Mark erhalten. Wir können davon ausgehen, daß der Schulbetrieb bis in den Sommer 1999 gesichert ist. Ach ja, und es haben sich noch einmal vier Paten gemeldet.

Aug 1998 Es geht doch. Alleine in diesem Monat haben sich fünf weitere Paten zu erkennen gegeben. Damit stellt sich die Zahl der geförderten Kinder auf 44, daß ist beeindruckend. Frank Müther hatte wieder mal den größten Anteil an der Akquisition von Förderern, aber schließlich ist er auch ein Meister der Erpressung, Tarnung und Täuschung.

Nach den neuesten Nachrichten aus Kenia steckt der Tourismus wieder im Aufwind. Auch der Bombenanschlag von Nairobi (ausgerechnet Nairobi!!! Welche Schwachköpfe denken sich so etwas eigentlich aus?) hat daran nichts geändert. Laut Jeremiah Murungi sind die Hotels der Südküste wieder gut ausgebucht, lediglich der Robinson Club wird wegen Verzögerungen bei den Renovierungsarbeiten erst Anfang Dezember wieder aufmachen.

Die Meldung von heute ist eher betrüblich. Der Headmaster Mr. Musili teilte uns mit, daß aufgrund der Rezession in der Tourismusindustrie immer weniger Eltern ihren Verpflichtungen nachkommen könnten und daher ihre Kinder von der Schule nähmen, um Geld zu sparen. Bereits mehr als 20 Kinder hätten bereits die Schule verlassen, dadurch gerät Mr. Musili in arge wirtschaftliche Bedrängnis. Es wird ihm absehbar nichts anderes übrig bleiben, als ein oder zwei Lehrer zu entlassen.

Mai 1997 Im Mai ist die Schule bereits auf 160 Schüler mit 8 Lehrern angewachsen und platzt aus allen Nähten. Trotzdem muß die Schülerzahl noch weiter auf mindestens 240 steigen, wenn die Schule wirtschaftlich autark werden will. Also müssen die nächsten Klassenräume her. Geplant ist ein T-förmiges Gebäude, die Arbeiten haben bereits begonnen. Edwin und Morris erhalten noch eine Chance und führen den Bau durch, obwohl sie letztes Mal reichlich überzogen hatten. Zum Glück ist Eliah Musili vor Ort und kann den Fortschritt überwachen. Einige Hilfe erwarten wir uns von Board of Governors (BOG), die uns ihre aktive Unterstützung zugesagt haben. Erfreulich ist die Entwicklung der Stipendien deutscher Paten, über die sich etwa ein Drittel der Schüler freuen kann. Das Ziel ist eine Patenschaftsquote von 50%, ein noch höherer Anteil würde wohl eher zum Nachteil sein.
Nov 1996 Nach so vielen Schwierigkeiten und Hindernissen ist man mißtrauisch, wenn alles glatt verläuft, aber es scheint tatsächlich endlich aufwärts zu gehen. Die Schule hat jetzt 120 Schüler, davon werden fast 40 von deutschen Paten gesponsert.
Mai 1996 Am 5. Mai wurden die ersten 65 Kinder in der Manuel Alexander School eingeschult. Noch in der Nacht zuvor war bei Licht von Petroleumlampen an Möbeln und den Installationen gearbeitet worden. Der Namensgeber der Schule ist der kranke Sohn von Karl, dem Hauptgeldgeber des Projektes. (Nachtrag aus 1999: der Sohn gilt mittlerweile als geheilt.)
Feb 1996 Mit großem Brimborium konnten wir die Schule der Gemeinde zur Nutzung übergeben. Anwesend waren die Presse, ein Abgeordneter und stellvertretender Minister, ca. 100 Einheimische und 50 Touristen aus dem Robinson Club Baobab. Noch während der Zeremonie versuchte der Minister, uns die Schule abzuschwatzen und für den Staat zu kassieren. Nichts da! Wir konnten sein Ansinnen abbügeln, und zur Vergeltung hielt der Gute eine Rede, die zwar mit kleinen Unverschämtheiten uns gegenüber gespickt war, aber außer Schläfrigkeit keinen weiteren Schaden verursachte.
Okt 1995 Die Lage, Aussichten und die Stimmung hat sich zum Besseren gewendet: Lettern Partners und Karl haben dafür gesorgt, daß wir das erste Gebäude fertig stellen konnten. Es fehlen jetzt "nur" noch Möbel, Toiletten und das Abwassersystem, aber das wird bis zum nächsten Jahr zu schaffen sein. In Eliah Musili haben wir einen jungen, fähigen und ehrgeizigen Lehrer der "Word of Life Academy" kennen gelernt, der ein idealer Schulleiter für uns wäre.
Mär 1995 Dieses Jahr scheint nichts so richtig zu gelingen. Aus der Eröffnung zu Anfang des Schuljahres wurde nichts, denn bis heute stehen nur die Grundmauern. Schuld sind weniger Edwin und Morris, auch wenn ihre Bäuche seit letztem November verdächtig rund geworden sind. Es hapert hauptsächlich an den fehlenden finanziellen Mitteln, trotz Bambis großzügiger Zuwendung.
Nov 1994 Alle Pläne und Zeichnungen sind von den Behörden genehmigt worden. Die Bauarbeiten sind schon recht weit, die Bodenplatte ist bereits fertig. Ein Brunnen für die Wasserversorgung ist in Arbeit. Wenn alles nach Wunsch verläuft, können wir im nächsten Schuljahr die ersten Kinder einschulen.
Apr 1994 Auch dieses Jahr waren wir wieder im April unten. Mehr als die Hälfte des Geldes ist ausgegeben, das Grundstück ist gerodet und eingezäunt, eine kleine Zugangsstraße wurde durch den Busch gehackt. Jetzt fehlen noch Schulgebäude. Zwei junge Kenianer, Edwin und Morris, übernehmen die Planung und den Bau des ersten Schulgebäudes. Laut Architektenplan wird es ein L-förmiges Gebäude mit 4 Klassenräumen, Toiletten, 2 Verwaltungsräumen und einem Dach aus Makuti (gebundenen Palmwedeln).
Nov 1993 Karl von Lettern Partners hatte DM 50.000 zugesagt, damit konnten wir ein Grundstück in der Nähe von Ukunda, in Diani Beach erwerben. Feinster afrikanischer Busch, nicht erschlossen, aber eben preiswert. Weil im September nicht alles erledigt werden konnte, mußten wir im November erneut ran, das dritte Mal dieses Jahr. Da Ausländer in Kenia kein Farmland besitzen dürfen, mußten wir schnell eine Firma gründen (Mekaela Holdings Ltd.), dann das Land neu vermessen und eintragen lassen. So weit, so gut.
Apr 1993 Bei unserem zweiten Keniaurlaub ist die Idee zum Bau einer Schule entstanden. Dank der freundlichen Bewirtung durch Suleiman Odoyo haben wir nicht nur einen Einblick in die Schwierigkeiten des Schulwesens in Kenia erhalten, sondern auch den Mut für ein solches Projekt getankt, nicht nur sinnbildlich.

 


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