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Die Manuel Alexander School (M.A.S.) ist die erste Schule der Mekaela Academies. Sie ist eine Grundschule (Primary School) für die Klassen 1 bis 8. Zur Schule gehören zwei Kindergartenklassen und eine Babyklasse. Bis zu 450 Kinder werden hier unterrichtet, seit Anfang 2001 ist die Schule ausgelastet. Die Kinder werden von 7:00 Uhr bis 17:30 Uhr von 18 Lehrern und weiteren Angestellten betreut. Da das Schulgrundstück “nur” etwa 2 Hektar groß ist, sind Erweiterungen kaum noch möglich.

Die beiden kleinen Mädchen aus dem Kindergarten tragen die typische orangefarbene Schuluniform der MAS mit aufgenähtem Amina-Logo.

Kinder der Manuel Alexander Schule

Das erste Gebäude, eine L-förmige Konstruktion, wurde Anfang 1996 fertig. Hier befinden sich 4 Klassenräume, 1 Lehrerzimmer, Lagerräume, Toiletten und Waschräume. Etwa 130 Kinder der Klassen 1 bis 4 werden hier unterrichtet.

Hilfe auf Gegenseitigkeit: Ahmed ist ein Maler, der seine Kinder durch Patenschaften an der Schule unterbringen konnte. Dafür führte er unentgeltlich alle möglichen Malerarbeiten an der Schule durch, lediglich die Farbe wurde ihm zur Verfügung gestellt. Auf die Stirnseite hat er das Bild des Gebäudes aus Sicht der Büros gemalt, und darauf ist das Gemälde noch mal zu sehen – sozusagen eine Totalreflektion.

MAS L-Wing

Die Klassenräume sind luftig gebaut, unter dem Makutidach, das aus geflochtenen Palmwedeln hergestellt wird, findet eine ständige Ventilation statt. An heißen Tagen ist es aufgrund der Dachkonstruktion um 10° bis 15° kühler.

Die Fenster werden nur durch Eisenstreben gesichert, gegen Regen schützt das überhängende Dach. Die Schultafel besteht aus Beton, der sauber verputzt und mit schwarzer Farbe bemalt wurde – sicher vor Ungeziefer und vor Dieben.

Erste Klasse der L-Trakt

Wie jede Schule der Mekaela Academies verfügt auch die MAS über einen eigenen Brunnen für die Wasserversorgung. Die Brunnen müssen zwischen 30 und 40 Meter tief aus dem harten Korallenfelsen herausgehauen werden, mit der Hand, versteht sich. Zwei Arbeiter graben sich 4 bis 6 Wochen lang bis zum Grundwasser und erhalten als Lohn dafür rund 15 Euro pro Meter.

Das Grundwasser in der Umgebung wird vom Mount Kilimanjaro gespeist und ist so sauber, daß es sogar als Trinkwasser geeignet ist (jedenfalls, wenn man nicht zu empfindlich ist).

Brunnen

In Kenia müssen Schulen die Nationalflagge an einem Fahnenmast führen, theoretisch. Auch wenn in Kenia nicht immer alle Regeln befolgt werden – die Mekaela Academies sind Privatschulen, noch dazu von Deutschen gegründet. Jeder Schulinspektor würde nur zu gern die Gelegenheit ergreifen, sagen wir mal, neue Verdienstquellen zu erschließen. Wer will ihm das verdenken, bei den kargen Beamtengehältern.

Also haben auch wir Fahnenmasten aufgestellt (ich weiß, der hier ist von der LPS). Die Pfadfinder, die übrigens häufig ein Mädchen als Anführerin haben, hissen morgens die Flagge und holen sie abends wieder ein. Diese Pflicht wird mit großer Ernsthaftigkeit erledigt. Schließlich gibt es in Kenia sogar ein Gesetz, nach dem man stehen bleiben muss, wenn man einer Flaggenprozedur ansichtig wird.

Mast und Flagge

Die 1. Klasse im Jahre 1996, kurz nach der Schuleröffnung. Die Wände sind noch leer, aber schon wenige Wochen später hängen Bilder, Lehrmaterial und die Klassenliste an den Wänden. Leider waren am Jahresende auch 4 Pulte und 6 Stühle kaputt getobt – Kinder sind nun einmal überall auf der Welt gleich!

Bemerkenswert ist, dass die Kinder gebannt dem Unterricht folgen, obwohl Frank direkt vor ihrer Nase ein Foto nach dem anderen macht.

Bedauerlich, aber wahr: Das kleine indische Mädchen in der ersten Reihe wurde Anfang 1997 von ihrem Großvater von der Schule genommen, obwohl es ein Stipendium hatte. Die Begründung des alten Mannes: “Mädchen müssen nichts lernen.” Andere Länder…

Erste Klasse in 1996

Eine Kindergartenklasse im Betrieb. Links neben der Tafel der gemauerte Klassenschrank – für die Haltbarkeit und gegen Diebe. In den ersten Jahren saßen alle Schüler auf Schulmöbeln mit Standardmaß, so daß manche der kleinen Kinder ihre Nasen kaum über den Rand der Pulte bekamen. Einige Gäste des ehemaligen Robinson Club Baobab legten dann 1997 zusammen und sorgten dafür, daß auch die Kleinsten “artgerecht” sitzen konnten.

Das waren die Urgroßväter der heutigen Stühle, inzwischen dürfte das hier schon die 4. oder 5. Generation sein.

Kindergarten der Manuel Alexander Schule

1997 wurde mit dem Bau des zweiten Schulgebäudes begonnen, für die Fertigstellung brauchten wir wegen chronischem Geldmangels fast 2 Jahre. Das Gebäude hat einen T-förmige Grundriß, mit sechs Klassenzimmern für rund 150 weitere Schüler. Das Gebäude wird seit 1998 genutzt und beherbergt die Klassen 5 bis 8 sowie die Fikentscher-Bibliothek, den ehemaligen Nemetschek Workshop (heute: die Computerklasse) und eine kleine Kantine für die Essensausgabe.

An der Wand eine so genannte “Talking-Wall”, die das Lernen des Alphabets fördert, ebenfalls von Ahmed gemalt.

MAS Talking Wall

Das T-Gebäude von der anderen Seite aus gesehen. Die Verschachtelung der Dächer rührt daher, dass das Gebäude über die Jahre hinweg erweitert wurde, und der Boden dort ziemlich abschüssig ist. Das Gefälle wurde einfach mit ein paar Stufen, die aus irgend einem uns nicht bekannten Grund in Kenia offenbar niemals symmetrisch sein dürfen, überbrückt.

Auf dieser Seite befinden sich der große Sportplatz, der Volleyball- und der Basketballplatz sowie die Casuarina-Baumschonung.

MAS Basketball Platz

Uschi aus Mainz hatte 1998 keine Mühen gescheut, um die Einrichtung des Sportplatzes zu betreuen. Zwei Regenzeiten später war der Platz dann auch recht ordentlich geworden. Dort findet der Sportunterricht statt, und die Schulmannschaft der MAS bestreitet Wettkämpfe gegen andere Schulen, meistens im Fußball.

Natürlich ist auch ein Sportplatz für Privatschulen vorgeschrieben, aber er ist auch sehr sinnvoll, denn die Schüler haben eine unglaubliche Freude an jeder Art von Bewegung.

MAS Sportplatz

Ein Foto für diejenigen, die schon vor Ort waren und die Schule evtl. noch von früher kennen. Diese Aufnahme ist 1999 am späten Nachmittag entstanden, von den Stufen des T-Gebäudes aus. Die Kinder werden gerade abgeholt. Sehr schön zu sehen, wie die Bäume und Büsche gewachsen sind, die Anlage ist in den Jahren seit dem wirklich prächtig geworden.
Und, bitte sehr, auch die MAS hat einen Fahnenmast.

Altes Foto vom 1999

Seit 1999 hat die Schule eine wunderbare Einfahrt mit zwei weißen Obelisken, die anfangs noch in mühevoller Handarbeit mit kleinen Bruchstücken von Korallenfelsen besetzt worden waren. Dieses sehr hübsche Design überlebte leider nur ein paar Regenzeiten.

Hinter dem Schulschild auf dem Wärterhaus ist das Dach der ehemaligen Kantine zu sehen. Sie wurde umgebaut und dient nun einer Familie als Haus. (Bis 2004 sogar zwei Familien, aber die Zeiten sind zum Glück besser geworden.)

MAS Haupteingang

Wie es das kenianische Schulgesetz vorsah, wurde im Sommer 1999 einen Workshop eingerichtet. Das Geld für den Bau und die Geräte wurde von der Nemetschek AG gestiftet. Seit 2002 ist ein Workshop nicht mehr vorgeschrieben, der Raum wurde daher in eine Computerklasse umgewandelt. Es wurde eine Decke eingezogen und Fenster anstatt der Stahlstreben eingebaut, damit eine Klimaanlage installiert werden konnte (wir denken schließlich mit).

Wirklich kühl wird es in dem Raum bis heute nicht, und wäre ich ein PC, würde ich nach wenigen Wochen den Geist aufgeben, aber die Geräte hielten 2007 schon im sechsten Jahr.

Nemetschek Workshop

Die neue Computerklasse wurde Dank einer großzügigen Spende mit einer riesigen Arbeitsfläche, 10 neuen PC und einem Netzwerk ausgestattet. Eine Lehrkraft unterrichtet Kinder und Lehrer in den gängigsten Anwendungen, und auch unsere Praktikanten müssen häufig hier Dienst tun, denn uns fehlen einfach ausreichend qualifizierte Informatiklehrer.

Die Computerklasse ist so beliebt, dass sogar am schulfreien Sonnabend freiwilliger Unterricht mit reger Beteiligung abgehalten wird. Internet gibt es für die Schüler dagegen einstweilen nicht, die Verbindungsgebühren wären einfach zu teuer. Wer weiß, wofür das gut ist.

PC Labor Manuel Alexander Schule

Der Lehrkörper im Oktober 1999 (ohne den damaligen stellvertretenden Schulleiter Simon Mwachia, und Elijah Musili musste ich aus Platzgründen rechts abschneiden, nur sein Ärmel konnte gerettet werden). Diesen Lehrern ist es zu verdanken, daß die Schule in kürzester Zeit zur besten Schule des Distrikt von Kwale avancierte.

Vorne links sitzt Sarah, eine Volontärin aus dem College von Derek aus Oregon. Sarah bezahlte die Kosten für die Anreise und ihre Unterkunft aus eigener Tasche und arbeitete natürlich ohne Gehalt. Danke, Sarah.

MAS Lehrkörper in 1999

Die große Pause gegen Mittag an der MAS. Der Spielplatz ist in den Pausen hauptsächlich von den Kleinen aus dem Kindergarten bevölkert, und die sind wirklich gnadenlos, die schonen beim Spielen weder sich selbst noch die Schaukeln, Rutschen oder Wippen.

Das Spiel- und Sportgerät muss regelmäßig überholt werden, denn neues Gerät ist in Kenia kaum zu bekommen bzw. extrem teurer und steht auf der Wunschliste der Schulleitung immer ganz oben.

MAS Spielplatz

Von seinem ersten Deutschlandbesuch in 1999 brachte Mr. Musili einen Katalog für Spielgerät mit TÜV-Siegel für Kindergärten mit. Die Wipp-Enten sind Marke Eigenbau aus dem Katalog abgekupfert worden. Dazu wurden zwei Betonanker in den Felsboden gegossen, darin zwei alte Auto-Spiralfedern versenkt und mit selbstgezimmerten Enten versehen. Funktioniert prächtig.

Bei den Kleinen erfreuen sich die Enten höchster Beliebtheit, sie müssen nur noch lernen, nicht mit 20 Mann gleichzeitig das Gerät zu stürmen. Werden sie natürlich nicht, daher hatten unsere Enten eine Lebenserwartung wie eine Torte auf einem Kindergeburtstag.

Selbstgebaute Wippenten

Im Oktober 1999 lernten wir in Kenia Andrea und Markus Lange kennen. Markus war damals Geschäftsführer von Logitech Deutschland und hatte nach einem Besuch der MAS erklärt, seine Firma würde den Bau des dringend benötigten dritten Gebäudes finanzieren. Seit April 2000 wird das “Logitech House” getaufte Gebäude für die Kindergartenklassen und die Verwaltung genutzt.

Den Architektenplan hat freundlicherweise der Vater eines Schulmädchens umsonst erstellt. Asantini sana, Markus und Vater!

Baupläne der Logitech Trakt

Die wohl die beliebteste Einrichtung der Schule ist der Pool, der Anfang 2000 dank Gerda Pawils und ihrem Team Anfang werden konnte. Das Wasser ist zwar nur ca. einen Meter tief, aber es reicht zum Planschen und für Schwimmunterricht. Erstaunlicherweise können die wenigsten Kinder an der Südküste (?!??) richtig schwimmen.

Im Hintergrund ist das Logitech House zu sehen, es ist wirklich schön geworden. Zur Zeit der Aufnahme war die Farbe der MAS noch Hellblau, inzwischen ist es Orange. (Und hoffentlich bleibt das auch so, sonst muss ich alle paar Jahre den Text wieder ändern).

Gerda Pawils Pool

Ein Vierjähriger des Kindergarten 2 an der Tafel. Schon im Kindergarten lernen die Kleinen Lesen, Schreiben und sogar Rechnen. Vor der Versetzung in die “richtige” Schule muss erst einmal eine Abschlussprüfung bestanden werden, sonst wird der Kindergarten wiederholt. Der Vorteil liegt auf der Hand: alle Kinder haben in der 1. Klasse vergleichbare Voraussetzungen und dadurch viel bessere Chancen mitzukommen.

Das ist einer der Gründe, warum die Schulen der Mekaela Academies so gute Ergebnisse erzielen.

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