Die Geschichte
Die Geschichte begann im April 1993. Wir waren einer Einladung von Suleiman Odoyo, einem Kellner unseres Hotels, in seine Wohnung in Ukunda gefolgt.
Das Meeting fand um die Mittagszeit statt. Die Wohnung, die etwa 24 qm Wohnfläche hatte, beherbergte uns, weitere acht Menschen sowie höchstens 30 Kubikmeter auf gut 45° Celsius angewärmte, völlig stillstehende Luft. Zur Abwehr lästiger Tropenkrankheiten und zur Besserung der ohnehin guten Laune wurde eine Mischung aus Bier und Brandy (4:1, nicht zur Nachahmung empfohlen) gereicht.
Eine Stunde später glaubten wir, eine Lösung für jedes Problem parat zu haben, das die Welt bedrückte. Unter anderem auch dafür, daß der Gemeinde in Ukunda gute Schulen fehlten. Wer sein Kind nicht auf eine Koranschule im Ort oder auf eine teure Schule im entfernten Mombasa schicken wollte oder konnte, dem blieb nur noch die Word of Life Academy, eine Schule in Diani mit kirchlicher Trägerschaft. Nur: Die Warteliste war ellenlang, und wer einen der begehrten Plätze ergatterte, mußte für das Schulgeld tief in die Tasche greifen. Die Geschichte hörte sich traurig, aber auch lösbar an.
Also befanden wir in unserer unendlichen Weisheit, daß es eigentlich gar kein Problem sein könnte, die für diesen Zweck grob errechneten DM 25.000 für ein Grundstück und ein kleines Schulgebäude aufzubringen. Angetrieben von der beschwipsten Euphorie ließen wir uns zu dem Versprechen hinreißen, in Deutschland unser Bestes zu versuchen. Am Abend wieder ausgenüchtert beschlossen wir, dem großspurigen Gerede wenigstens ein Minimum an Taten folgen zu lassen.
Zurück in Deutschland fanden wir tatsächlich innerhalb weniger Tage eine Firma, die uns eine Spende von DM 25.000 für ein Schulprojekt in Diani zusagte. Je nach Fortschritt des Projektes sollten sogar bis zu DM 50.000 zur Verfügung gestellt werden. Von 1993 bis 1997 reisten wir insgesamt mehr als ein Dutzend Mal auf eigene Kosten nach Kenia, um das Projekt zu beginnen und zu betreuen. Mit der Hilfe und dem Engagement der Menschen vor Ort wurde von 1994 bis 1996 das Grundstück gekauft und entwickelt, das erste Schulgebäude errichtet, Lehrer eingestellt und der notwendige Behördenkrieg abgewickelt. Bereits Ende 1997 wurde festgestellt, daß sich die Schule zur besten Institution der Südküste entwickelt hatte alle Schüler lagen in der Benotung über dem Durchschnitt des gesamten Landes!
Nachfolgend haben wir ein paar kleine Geschichten mit
einigen Bildern untermalt:
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Mai 1994
Im September 1993 fanden wir mit der Hilfe von Jeremiah Murungi, dem damaligen Resident Manager des Robinson Club Baobab (heute Baobab Beach Resort), ein etwa 13.000 qm großes Grundstück mitten im Busch. Im November 1993 war das Grundstück gerodet und eingezäunt. Zunächst wurde als "Brückenkopf" eine kleine Hütte aus Lehm errichtet, in der Material eingelagert wurde und Arbeiter leben konnten. Die Hütte mußte 1998 dem zweiten Gebäude weichen. Die Aufnahme entstand 1994 kurz nach Baubeginn. Links neben der Hütte liegen die Materialien für die Fenster und Türen des ersten Schulgebäudes. |
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Februar 1996
Eine Besprechung zwischen Jeremiah Murungi, Stefan Wentzel und Eliah Musili (Mitte), dem Direktor der Mekaela Academies. Die beiden "lokalen" Gentlemen haben sehr viel zum Gelingen des Projektes beigetragen. Jerry hat praktisch die Startphase geleitet und dafür gesorgt, daß ein Grundstück zu einem vernünftigen Preis erworben worden konnte. Jerry ist bis heute im Aufsichtsrat der Mekaela Academies. Eliah Musili ließ sich von der Word of Life Schule aus einer guten Stellung abwerben und führte die Vorbereitungen zur Eröffnung der Schule drei Monate lang ohne vertragliche oder soziale Sicherheiten. Er genießt die Achtung und Wertschätzung der Kinder, der Eltern und der Gründer gleichermaßen. Es ist ihm zu verdanken, daß die Mekaela Academies die besten Schulen der Südküste geworden sind. |
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Februar 1996
Es ist soweit die Schule ist für den Betrieb eingerichtet. Dem Stellvertretenden Minister Mwamzandi wird mit großem Brimborium bei einem Festakt ein Dokument übergeben, das die uneingeschränkte Nutzung des Grundstücks und der Gebäude als Schule verbrieft. Noch in der Nacht vor der Zeremonie war bei Licht von Petroleumlampen gearbeitet worden. Kurz vor der Übergabe hatte der Minister noch versucht, die Schule von den Initiatoren als Geschenk an seinen Wahlkreis abzuzweigen, dadurch hätte er seine politische Position gefestigt. Es ist ihm nicht gelungen, wie wir wissen. Bei der Wahl 1998 verlor er sein Mandat und seinen Ministerposten. |
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Mai 1996
AWA: Africa Wins Again. In Afrika klappt selten etwas so, wie man es gerne hätte. Auf diesem Foto ist der erste Rohbau der Kantine zu sehen. Eine Minute später hat der Herr im roten Hemd die beteiligten Herren ins Gebet genommen, und ca. eine Stunde später ist die Stelle wieder leer. Man stelle sich das vor: Eine Kantine, in der A) mit offenem Feuer gekocht wird und B) die Essengerüche verbreitet keine 10 Meter von A) der 1. Klasse und B) dem in der Regel knochentrockenen Makutidach entfernt. Die Kantine wurde schließlich neben der Einfahrt errichtet. |
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Oktober 1997
Eine Aufführung der 1. und 2. Klasse mit ihrer Lehrerin, Frau Ng'ang'a bei der Feier zum Abschluß des ersten Terms 1998. Die Kinder führen bei allen offiziellen Anlässen, zu denen auch immer die Eltern eingeladen werden, Tänze, Gesänge und Gedichte auf. Die Pfadfinder führen ihre Fertigkeiten beim Exerzieren vor. Es ist eine Freude, die Kinder bei der Aufführung zu beobachten. Sie verfügen einfach über eine Naturbegabung für Tanz, Musik und Rhythmus, und die Show bereitet ihnen sichtlich Vergnügen. |
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Januar 1998
Auch Brian, der kleine Sohn des Schulleiters Musili, kam 1998 in den Kindergarten der Manuel Alexander School. Selbstverständlich hat Brian kein Stipendium, sein Vater bezahlt die normalen Gebühren. Wenn Zweifel an der Qualität der Schulen bestehen sollten: Es spricht für sich selbst, daß auch der Direktor Musili alle seine drei Kinder bei Mekaela Academies eingeschult hat. Man kann daher sicher sein, daß die Qualität des Schulessens, des Trinkwassers, der Toiletten und anderer wichtiger Einrichtungen der Schule kritisch überwacht werden. |
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Mai
1998
Ein
Glücksfall für die Manuel Alexander School: Derek
aus Oregon war nach Diani gekommen, um als
Freiwilliger an einer anderen Schule zu arbeiten. Was Derek nicht wußte: Diese Schule
forderte eine bestimmte Glaubensrichtung von ihren
Lehrern. Die hatte er nicht, und man schickte
ihn wieder fort. Wir können Dereks Kommentare zu
dieser Entwicklung hier unmöglich wiedergeben. |
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Januar 1999
Die Manuel Alexander School bekam auch eine deutsche Lehrkraft. Bis 2002 unterrichtete Gisela aus München die Kinder sowie die Lehrer mit großem Erfolg in Deutsch. Für die älteren Mädchen hatte sie Beratungsstunden eingeführt, in denen sie Probleme des Lebens offen und ernsthaft erörtern konnten. Diese Stunden haben sich gut bewährt, die jungen Damen der höheren Klassen treten heute erfreulich selbstbewußt auf. Es ist nicht verwunderlich, daß im Jahr 2000 ein Mädchen zur Schülerpräsidentin gewählt wurde. |
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November 1999
Ein Teil der Belegschaft des "Kindergarten 1" vor der Kamera. Wegen des hohen Standards der Schulen sind die Plätze in den Kindergärten sehr begehrt, etwa vier Bewerbungen kommen auf einen freien Platz. Im Hintergrund ist der Spielplatz der MAS zu sehen, mitsamt Wippe und Schaukeln wurde er gestiftet von Roswitha. Die MAS liegt fernab der Straßen und bietet besonders den Kleinkindern optimale Bedingungen. |
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November 1999
Am Ende eines Jahres findet eine Abschlußfeier für die Abgänger der Klasse "Kindergarten 2" statt. Die Kinder erscheinen bei einer feierlichen Zeremonie in Talaren und erhalten ihre Urkunden überreicht. Der Beginn der "richtigen" Schulausbildung wird von Kindern und Eltern mit Stolz gefeiert. Die Kindergärten der Mekaela Academies haben es in sich, hier lernen die Kinder in kurzer Zeit u.a. auch Englisch, damit der Unterrichtsstoff in den nächsten Jahren überhaupt erst vermittelt werden kann. |
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April 2000
Das sind sie, die oben erwähnten jungen Damen, beim Seilspringen in der großen Pause. Bei aller Ernsthaftigkeit der Erziehung und der Ausbildung kommen Spiel und Sport nie zu kurz. Die Kinder sollen während ihrer Zeit an unseren Schulen die Belastungen des täglichen Existenzkampfes hinter sich lassen können. Die Mädchen jedenfalls nutzen ihre Möglichkeiten, und es spricht für sich, daß z.B. die Fußballmannschaft der Mädchen bei Turnieren oft erfolgreicher ist als die der Jungen. Weiter so, Mädels! |
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© Watoto e.V. 2008 |















